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Sie sind hier: Im Brennpunkt » Nahrungsmittelintoleranz Nahrungsmittelallergie » Ernährung/Therapie 24. Oktober 2017
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Ernährung / Therapie

Nahrungsmittel-Allergie

Im Zentrum der Therapie bei Nahrungsmittel-Allergie steht die Allergenkarenz, das Meiden der Allergie-auslösenden Nahrungsmittel. Wie schwierig das Einhalten einer Eliminationsdiät ist, wurde in verschiedenen Studien vor allem am Beispiel der Erdnussallergie aufgezeigt. So gaben im Rahmen einer Umfrage unter 833 Erdnussallergiker 50% an, dass sie innerhalb des letzten Jahres ungewollt Erdnuss konsumiert hatten [1]. Eine gute Instruktion des Nahrungsmittelallergikers kann das Risiko für allergische Reaktionen deutlich senken, wie eine Studie belegt hat [2].

 

Notfallset
 

Da es so schwierig ist, die Allergenexposition mit Sicherheit zu vermeiden, ist es umso wichtiger, dass jeder Patient mit Nahrungsmittel-Allergie mit einem Notfallset ausgerüstet wird. Dieses soll 2 Tabletten eines Antihistaminikums und 100 mg Prednison, sowie bei schweren Reaktionen Adrenalin (z.B. Epipen®-Autoinjektor à 0.3 mg für Erwachsene und à 0.15 mg für Kinder) enthalten. Entscheidend für den korrekten Einsatz des Notfallset ist, dass der Patient in seiner Handhabung unterwiesen wird und dass er es bei jedem Auswärtsessen auf sich trägt.

 

Die Immunotherapie – auch Hyposensibilisierung genannt – hat sich bei der Nahrungsmittel-Allergie als wesentlich weniger effektiv erwiesen als beispielsweise bei den Pollenallergien. Bestehen bei Pollenallergie zusätzlich Kreuzallergien gegen allergenverwandte Nahrungsmittel, kann bei manchen Patienten auch eine Besserung der begleitenden Nahrungsmittel-Allergie durch die Pollenhyposensibilisierung erreicht werden. Gemäss zwei kürzlich erschienenen  Publikationen  ist die orale Immuntherapie jedoch nach wie vor eine viel versprechende Therapieoption [3,4]. Anti-IgE-Antikörper, chinesische Kräuter und modifizierte Impfstoffe sind potentielle Therapien der Zukunft, welche zurzeit intensiv untersucht werden [4].

 

Zöliakie: Glutenkarenz
 

Bei der Zöliakie ist eine lebenslange glutenfreie Diät anzustreben. Das heisst, Verzicht auf: Weizen, Dinkel (Grünkern), Roggen, Gerste, Hafer, Emmer, Einkorn, Kamut, Triticale und alle daraus hergestellten Erzeugnisse. Insbesondere bei verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten muss genau darauf geachtet werden, dass keine glutenhaltigen Zutaten verwendet wurden. Da Gluten technologisch gerne als Emulgator, zum Gelieren, Stabilisieren und als Träger von Aromastoffen eingesetzt wird, ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennbar, ob Gluten in einem Nahrungsmittel vorliegt oder nicht. Als Ersatz für Gluten können Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Esskastanienmehl oder speziell hergestelltes glutenfreies Mehl dienen. Inzwischen gibt es auch in der Schweiz Grossverteiler, welche eine grosse Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln anbieten.

 

Nahrungsmittel-Intoleranz

Laktoseintoleranz:
Milch meiden
 

Bei der Laktoseintoleranz ist auf Milch  und Milchprodukten von Säugetieren (Kuh, Schaf, Ziege)  zu verzichten, bei der Fruktoseintoleranz auf Früchte, einzelne Gemüse, Gewürze usw. Zu beachten gilt es, dass Laktose und Fruktose in vielen Lebensmitteln und Fertigprodukten vorhanden sind.

 

Fermentierte Nahrungsmittel wie Joghurt, Käse, Quark enthalten zum Teil auch Laktase und in unterschiedlicher Menge Laktose. Dies hängt vor allem vom Herstellungsprozess, der Menge laktosefermentierender Bakterien in der Milch, dem Reifungsprozess und der Reifedauer bei Käsesorten zusammen. Grundsätzlich kann man als Faustregel formulieren: Je länger der Reifungsprozess, desto geringer der Laktoseanteil.

 

Auf dem Markt gibt es inzwischen viele laktosereduzierte Milchprodukte, welche bei noch vorhandener minimaler Laktaseaktivität allenfalls keine Symptome auslösen. Eine Auswahl von laktosefreien Nahrungsmitteln findet man auch bei Grossverteilern.

 

 

Referenzen

1. Hourihane J et al. Clinical characteristics of peanut allergy. Clin Exp Allergy 1997;27:634-639
2. Ewan PW, Clark AT. Long-term prospective observational study of patients with peanut and nut allergy after participation in a managment plan. Lancet 2001;357:111-115.
3. Kurihara K. Immunotherapy for food allergy. Allergol Int 2010;59:9-14
4. Sicherer SH, Sampson HA. Food allergy. J Allergy Clin Immunol 2010;125(2 Suppl 2):S116-125

 

 
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12.04.2010 - dde
 


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