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Sie sind hier: Fachliteratur » Studienbesprechungen 05. März 2021
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Pegyliertes Interferon alfa-2b im Vergleich mit Lamivudin bei Hepatitis B

Wie wirksam ist die Behandlung der chronischen, HBeAg positiven Hepatitis B mit pegyliertem Interferon alfa-2b (pegIFN-2b) alleine im Vergleich zu einer Kombination von pegIFN-2b mit Lamivudin?

 

Titel

Pegylated interferon alfa-2b alone or in combination with lamivudine for HBeAg-positive chronic hepatitis B: a randomised trial.

 

Autoren

Janssen HL, van Zonneveld M, Senturk H, Zeuzem S, Akarca US, Cakaloglu Y, Simon C, So TM, Gerken G, de Man RA, Niesters HG, Zondervan P, Hansen B, Schalm SW; HBV 99-01 Study Group; Rotterdam Foundation for Liver Research.

 

Quelle

Lancet. 2005 Jan 8-14;365(9454):123-9.

 

Abstract

 

 

Hintergrund

Lamivudin ist ein sehr wirksamer Hemmer der viralen DNA-Polymerase. Als Monotherapie der chronischen Hepatitis B hat es aber einen beschränkten Nutzen, weil nach dem Absetzen des Medikamentes die Wirkung selten anhält, und weil bei fortgesetzter Therapie die Resistenzentwicklung der Viren sehr häufig ist. Interferon alfa wird seit über 15 Jahren zur Behandlung der chronischen Hepatitis B eingesetzt. Die Einführung der pegylierten Interferone in der Therapie der chronischen Hepatitis C hat dort zu einer klaren Verbesserung der Heilungsrate geführt. Es ist deshalb naheliegend, die Wirksamkeit von pegIFN-alfa-2b bei der Behandlung der chronischen Hepatitis B zu prüfen. Die Autoren dieser Studie stellen zudem die Hypothese auf, dass eine Kombination des pegIFN-alfa-2b mit seiner immunmodulatorischen Wirkung mit dem DNA-Polymerasehemmer Lamivudin die Heilungsrate weiter erhöhen könnte.

 

Methoden

Design

Multizentrische, randomisierte, partiell blinde, prospektive Studie, die an 42 Spitälern in 15 Ländern in Asien, Europa und Amerika durchgeführt wurde. 307 Patienten wurden 1:1 randomisiert in 2 Behandlungsgruppen. Am Schluss der Studie lagen vollständig auswertbare Daten von 136 Patienten aus der pegIFN-alfa-2b-Monotherapiegruppe und von 130 Patienten aus der pegIFN-alfa-2b plus Lamivudin-Kombinationstherapiegruppe vor.

 

Einschlusskriterien

Patienten mit chronischer HBeAg positiver Hepatitis B und erhaltener Leberfunktion konnten eingeschlossen werden.

 

Behandlung
  • Monotherapie: 100 µg (Woche 1 bis 32) oder 50 µg (Woche 33 bis 52) pegIFN-2b einmal pro Woche subkutan plus 1 Tablette Placebo pro Tag per os.
  • Kombinationstherapie: 100 µg (Woche 1 bis 32) oder 50 µg (Woche 33 bis 52) pegIFN-alfa-2b einmal pro Woche subkutan plus 100 mg Lamivudin (Zeffix) pro Tag per os.
Behandlungsdauer

Die Patienten wurden in beiden Gruppen während 52 Wochen behandelt, und danach 26 Wochen nachkontrolliert.

 

Endpunkte

Primäre Endpunkte waren der Verlust des HBeAg im Serum. Sekundäre Endpunkte waren die Suppression der HBV DNA auf Werte unter 200’000 Kopien/mL am Ende der Nachbeobachtungsphase oder unter 400 Kopien/mL, die Normalisierung der Transaminasen, die Häufigkeit der Lamivudinresistenz Mutation YMDD, und der Verlust des HBsAg.

 

Sicherheit

Adverse Events, Blutbild, Chemogramm wurden während der Studie regelmässig kontrolliert.

 

Resultate

Am Ende der 26-wöchigen Nachbeobachtungsphase wurde der Verlust des HBeAg bei 36% der Patienten in der pegIFN-alfa-2b-Monotherapiegruppe und bei 35% der Patienten in der pegIFN-alfa-2b plus Lamivudin-Kombinationstherapiegruppe festgestellt. Die HBeAg-Serokonversionsraten war leicht niedriger (29% in beiden Gruppen). Die Resultate waren nicht signifikant verschieden. Auch bei den anderen Endpunkten gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen war gleich in den Gruppen.

 

Schlussfolgerung der Autoren

Gestützt auf diese Daten empfehlen die Autoren, pegIFN-alfa-2b als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit einer chronischen, HBeAg positiven Hepatitis B.

 

Kommentar

Die Studie ist methodisch einwandfrei und zeigt ein klares Ergebnis. Das Hinzufügen von Lamivudin zu einer Therapie mit pegIFN-alfa-2b nützt nichts. Die erreichte HBeAg-Serokonversionsrate von 29% ist einigermassen enttäuschend, wurden doch solche Werte auch schon mit den herkömmlichen Interferonen und erst noch mit kürzeren Behandlungen (16 bis 24 Wochen) erreicht. Möglicherweise ist die Therapie mit pegIFN-alfa-2b besser verträglich, aber dies kann in dieser Studie nicht beantwortet werden, weil sie keinen Kontrollarm mit herkömmlichen Interferonen hatte.


Besprechung von Prof. Dr. med. Markus Heim, Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsspital Basel.

Lancet. 2005;365:123-129 - HL Janssen et al

01.12.2005 - undefined

 
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