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Meeting-Highlight

Erneute Rekordbeteiligung am 8. Internationalen Brustkrebskongress 2003 in St. Gallen

 

Vom 12.-15. März 2003 fand in St. Gallen – trotz akzentuierter internationaler Kriegsdrohungen – mit einer erneuten Rekordbeteiligung der 8. Internationale Brustkrebskongress statt. Ziel dieser periodischen, seit 1978 existierenden, früher drei- und ab 2001 zweijährlich durchgeführten internationalen Standortbestimmung ist der weltweite Expertenaustausch über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Brustkrebsbiologie und der sich daraus ableitenden Optimierung der Therapiemassnahmen zur Verbesserung der langfristigen Heilungsraten sowie die Verminderung der Behandlungsnebenwirkungen bei diesem häufigsten bösartigen Tumorleiden der Frau.

 

Über 3’200 operativ tätige Fachärzte (Chirurgen, Gynäkologen) sowie internistische Tumorspezialisten (Onkologen), Pathologen und Laborforscher aus 75 Ländern weltweit nahmen an diesem in der Fachwelt stark beachteten Kongress teil. Die neue multifunktionale Halle 9 der OLMA-Messen in St. Gallen bewährte sich dabei einmal mehr in hervorragender Weise zur Durchführung aussergewöhnlicher Kongresse von internationaler Bedeutung. Der medizinische Grossanlass wurde wiederum in monatelanger Vorarbeit organisiert durch Prof. Hans-Jörg Senn vom Zentrum für Tumordiagnostik und Prävention (ZeTuP) St. Gallen und durch Privatdozent Dr. Beat Thürlimann von der Abteilung für Gynäkologische Onkologie des Kantonsspitals St. Gallen, zusammen mit einem Team langjähriger, motivierter Mitarbeiterinnen des eigenständigen Kongressbüros (St. Gallen Oncology Conferences), unter Leitung von Frau Beatrice Nair.

 

Ein professioneller Kongress-Organisator (MCI, Genf) war diesmal verantwortlich für die komplexe, weiträumige Unterbringung der mehr als 3’000 vorwiegend ausländischen Kongressgäste, welche durch die Firma Aepli-Consulting/St. Gallen in 35 unterschiedlichen Bus-Tour-Linien aus ihren Hotels aus dem gesamten Gebiet der Ostschweiz und des angrenzenden ausländischen Bodenseeraums täglich zu den wissenschaftlichen Veranstaltungen und zu den vielfältigen kulturellen Darbietungen gefahren werden mussten.

 

Die 62 eingeladenen Top-Experten aus den wichtigsten Brustkrebsforschungsgruppen und Tumorzentren weltweit sowie aus der forschenden Pharmaindustrie stellten ihre jüngsten Ergebnisse mit neuen tumorhemmenden Mitteln dar, welche im Anschluss an heute meist brusterhaltende Operationstechniken einen Tumorrückfall in der betroffenen Brust bzw. eine folgenschwere Verschleppung der Krankheit in andere Organe des Körpers (Metastasen) verhindern sollen. Die Palette dieser Zusatzbehandlungen mit Anti-Hormonen und Zytostatika (tumorhemmende Medikamente) wird durch intensivierte Forschungsbemühungen von Jahr zu Jahr grösser sowie erfolgreicher, und deren in der Regel vorübergehende Nebenwirkungen für die Patientinnen auch verträglicher.

 

Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang neuartige Immuntherapien (monoklonale Antikörper) wie z.B. Trastuzumab (Herceptin-R), welche klar definierte molekulare Eigenschaften der Brustkrebszellen für eine neuartige Antitumorwirkung ausnützen, und damit die Wirkung bestimmter, wichtiger Mittel der Tumorchemotherapie wie z.B. der Taxane (Eiben-Alkaloide) und der Antrazykline (tumorhemmende Antibiotika) unterstützen.

 

Grosse und immer noch kontroverse Diskussionen setzten wiederum die Bemühungen diverser Laborforschergruppen ab, der Fachwelt und den Brustkrebsbehandelnden an der "Patientenfront" neue sog. prognostische bzw. prädiktive Faktoren beliebt zu machen, welche eine zuverlässigere Individualisierung dieser adjuvanten, medikamentösen Zusatzbehandlungen nach erfolgreicher Primäroperation erlauben würde. Bisher richteten sich die etablierten Indikationen vorwiegend nach klinischen Gesichtspunkten (Alter, Tumorgrösse, Hormonrezeptorstatus am Primärtumor, Zahl der Lymphknotenmetastasen in der operativ explorierten Achselhöhle). Zur Zeit mehren sich jedoch weitere Laborerkenntnisse wie die Expression bestimmter biomolekulärer Faktoren an der Tumorzelloberfläche, welche die Auswahl der wirklich Tumorrückfall-gefährdeten Frauen in Bälde realistischer gestalten und damit die Anzahl der längerfristig nachzubehandelnden Patientinnen samt den damit verbundenen Nebenwirkungen und Kosten deutlich einschränken könnten.

 

Eine Zusammenfassung dieser Ergebnisse wurde am letzten Kongresstag durch ein 25-köpfiges internationales Expertengremium eingehend und kritisch bewertet, und im Hinblick auf eine neue, aktualisierte internationale Behandlungsrichtlinie öffentlich diskutiert und aufgearbeitet. Dieser aktualisierte «St. Galler Brustkrebstherapie-Konsensus 2003» wird nun im Anschluss an den oben kommentierten Kongress innert der nächsten 3-4 Monate durch ein beauftragtes Autorenkollektiv als neue weltweite Behandlungsrichtlinie zur optimalen Brustkrebsbehandlung für die kommenden Jahre verfasst, und so rasch als logistisch möglich in einer der führenden onkologischen (= tumormedizinischen) Zeitschriften, dem «Journal of Clinical Oncology»/USA, publiziert. Diese St. Galler Behandlungsrichtlinien werden erfahrungsgemäss weltweit stark beachtet und in hohem Masse in nationale Brustkrebsbehandlungsrichtlinien übernommen, so z.B. – nebst vielen anderen – in diejenigen Kanadas, Englands, Frankreichs, Deutschlands, Österreichs, Italiens, Spaniens, der nordischen Länder und der Schweiz.

 

Prof. Dr. med. Hans-Jörg Senn, Kongress-Co-Chairman und Lokaler Organisator, Zentrum für Tumordiagnostik+Prävention /ZeTuP, Rorschacherstrasse 150, CH-9006 St. Gallen

 



 
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