MS 13 Moderne Endoskopie
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Sie sind hier: Fachliteratur » Medizin Spektrum 03. Juli 2022
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Moderne Endoskopie

Die Diagnose von Läsionen des Magendarmtraktes basierte über viele Jahrzehnte auf radiologischen Techniken (Doppelkontrast des Dickdarms, Magendarmpassage), die die Befunde lediglich indirekt in schwarz und weiss dargestellt haben. Mit der Entwicklung der flexiblen Endoskopie in den 70er Jahren hat sich das Management von gastrointestinalen Erkrankungen dramatisch verändert. Nun war es erstmalig möglich, krankhafte Veränderungen im Magendarmtrakt direkt und in Farbe zu betrachten. In den folgenden Jahren verbreitete sich die Endoskopie dank den technischen Entwicklungen rasant und ist heute in der gastroenterologischen Diagnostik und Therapie von zentraler Bedeutung. Die Vereinfachung der Handhabung der Geräte und die Verbesserung der optischen Fähigkeiten führten dazu, dass sich die endoskopischen Verfahren im klinischen Alltag durchsetzten und für den Patienten immer weniger belastend sind.

 

Die Endoskopie ermöglicht in erster Linie eine Diagnostik von Veränderungen der Schleimhaut und des Magendarmlumens. Ein grosser Vorteil gegenüber anderen bildgebenden Verfahren ist nicht nur die direkte Visualisierung von Veränderungen, sondern auch die Möglichkeit zur unmittelbaren und gezielten Entnahme von Gewebeproben für histologische und mikrobiologische Untersuchungen.

 

Die moderne Endoskopie des Gastrointestinaltraktes kann grob in drei Bereiche unterteilt werden:

 

1. Die obere Endoskopie (ermöglicht die Diagnostik und Therapie im Ösophagus, Magen und Duodenum)
2. Die Koloskopie (ermöglicht die Diagnostik und Therapie im Kolon)
3. Die Gallengangs- und Pankreasendoskopie (ermöglicht die Diagnostik im Bereich des Gallen- und Pankreasganges)

 

In den letzten 10 Jahren sind zunächst die Einführung der Endosonographie sowie neue Trends in der Hygiene von Bedeutung. Bei der Endosonographie wurde die Endoskopie mit einem Ultraschall kombiniert. Dies eröffnete neue diagnostische und therapeutische Optionen. Nicht nur direkte optische Befunde lassen sich jetzt mit der Endoskopie gewinnen, sondern dank dem Ultraschall gleichzeitig auch indirekte Informationen über den Aufbau von Wandschichten in Ösophagus, Magen und Rektum. Auch an den Darm angrenzende Organe, wie die Bauchspeicheldrüse und die Gallengänge, können detailliert in ihrer Struktur beurteilt werden. Zunehmend wird in Ergänzung zur rein morphologischen Diagnostik die Möglichkeit zur endosonographisch gesteuerten Feinnadelpunktion genutzt. Die endosonographische Untersuchung ist anspruchsvoll und nur grossen Zentren vorbehalten.

 

Der Dünndarm war bisher schwierig einzusehen und dem Endoskop weitgehend verschlossen. Die neueste Entwicklung heisst hier Kapselendoskopie. Die Entwicklung einer Kapsel, die den gesamten Dünndarm endoskopisch erfassen kann, darf deshalb als Meilenstein in der Entwicklung betrachtet werden. Der Patient schluckt für die Untersuchung eine ca. 2 cm lange Kapsel. Diese Kapsel nimmt in der Folge 2 Bilder pro Sekunde auf und übermittelt diese auf einen Datenträger. Diese gespeicherten Daten können am Ende der Untersuchung auf einen Computer überspielt und mit einer speziellen Software als Video betrachtet werden. Die Kapsel wird schlussendlich auf natürliche Weise ausgeschieden. Mit der Kapselendoskopie haben wir nun die Möglichkeit, den Dünndarm praktisch vollständig, nicht-invasiv endoskopisch darstellen zu können: ein Verfahren, das jahrzehntelang als absolut undenkbar galt. Die Analyse der Untersuchung ist zeitaufwendig und braucht Erfahrung. Sie sollte deshalb nur in grösseren Zentren durchgeführt werden.

 

PD Dr. med. Lukas Degen, Leitung Endoskopie, Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie, Kantonsspital Basel.



 
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