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Sie sind hier: Fachliteratur » Journalscreening 03. Dezember 2020
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SSRI und Suizid: Neue Metaanalyse gibt Entwarnung bei Jugendlichen

Jahrelang ging man davon aus, dass SSRI die Suizidgefahr bei Kindern und Jugendlichen erhöhen können, einen entsprechenden Hinweis findet man in den Beipackzettel. Eine neue Metaanalyse zeigt nun ein anderes Bild: SSRI (Fluoxetin, Venlafaxin) erhöhen die Suizidalität bei Jugendlichen nicht gegenüber Placebo - sie wird allerdings auch nicht vermindert.

Nachdem die erste und bisher einzige Studienanalyse der FDA zum Zusammenhang zwischen SSRI und Suizidrisiko ein erhöhtes Suizidrisiko für Patienten unter 25 Jahren unter SSRI nachgewiesen hatte, wurde 2007 eine Blackbox-Warnung für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen gefordert. Bei über 65-Jährige zeigte sich dagegen ein erniedrigtes Suizidrisiko unter SSRI und in der Altersgruppe zwischen 25 und 65 Jahren wurde keine Verminderung der Suizidalität beobachtet. Die Autoren der neuen Metaanalyse reanalysierten die Daten von 9'185 jugendlichen, erwachsenen und geriatrischen Patienten aus insgesamt 41 Studien, die entweder mit Fluoxetin oder Venlafaxin behandelt wurden. Fluoxetin wurde in 12 Studien bei 2'635 Erwachsenen, in 4 Studien bei 960 geriatrischen und in 4 Studien bei 708 jugendlichen Patienten untersucht; Venlafaxin bei 4'882 Erwachsenen in 21 Studien. Im Gegensatz zur FDA-Analyse, in der die Suizidalität nur anhand von Patientenberichten erhoben wurde, berücksichtigt die aktuelle Analyse nur versuchte oder vollendete Suizide und die Suizidalität wurde anhand der Children's Depression Rating Scale–Revised (CDRS-R) und der Hamilton-Skala (HAMD) beurteilt. Zudem standen die damals noch nicht vollständig publizierten Originaldaten zu Verfügung, sodass von allen Patienten der langfristige Velauf vorlag.

 

Obwohl in allen Altersgruppen die depressive Symptomatik unter Fluoxetin oder Venlafaxin abnahm, wurde die Suizidalität nur bei den erwachsenen und geriatrischen Patienten gesenkt. Bei den mit den beiden SSRI behandelten jugendlichen Patienten wurde dagegen die Suizidalität weder verstärkt noch gemildert im Vergleich zu Placebo - obwohl auch sie eine Verbesserung der Depression zeigten.

 

Konklusion der Autoren: Fluoxetin und Venlafaxin senken die Suizidalität bei erwachsenen und älteren Patienten, v.a. durch Verbesserung der depressiven Symptome. Bei jugendlichen Patienten wurde keine erhöhte Suizidalität unter SSRI beobachtet - sie wurde aber auch nicht gemildert, trotz Verbesserung der depressiven Symptomatik.

 

Link zur Studie 

Arch Gen Psychiatry 2012, Online Publikation am 6. Februar. doi:10.1001 - Gibbons RD et al.

08.02.2012 - gem

 
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