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Sie sind hier: Fachliteratur » Journalscreening 04. Dezember 2020
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Metaanalyse: Antidepressiva im Kindesalter

Aus Angst davor, dass der Einsatz von SSRI bei Kindern und Jugendlichen Selbstmordgedanken auslösen könnte, werden diese oft nicht verschrieben. Bridge und Kollegen untersuchten das Nutzen-Risiko-Verhältnis der SSRI bei Major Depression, Zwangs- und Angsstörung im Kindesalter.

Zur Studiensuche dienten PubMed (1988-7/2006), relevante Berichte der amerikanischen und britischen Zulassungsbehörden, Publikationen wichtiger Kongresse (1998-2006), elektronische Datenbanken klinischer Studien und Autoren-Interviews. Gesucht wurde nach randomisierten, placebokontrollierten Parallelgruppenstudien (publiziert oder nicht publiziert), welche Antidepressiva der zweiten Generation (SSRI, Nefazodon, Venlafaxin und Mirtazapin) bei unter 19-Jährigen mit Major-Depressionen, Zwangsstörungen oder Angststörungen untersuchten. Neben Studiencharakteristika wurden Daten zur Wirksamkeit und zu Suizidgedanken bzw. –versuchen extrahiert.

 

27 pädiatrische Studien mit insgesamt 5'310 Kindern und Jugendlichen wurden identifiziert, davon 15 zu Major Depressionen und je 6 zu Zwangs- und Angststörungen. Die Wirksamkeit und das Risiko für Suizidgedanken/Suizidversuche wurde mittels random effect model berechnet. Der relative Unterschied im Therapieansprechen sprach zugunsten der SSRI (vs. Placebo) und betrug bei den Major Depressionen 11% (Number needed to treat [NNT] = 10), bei den Zwangsstörungen 19.8% (NNT = 6) und bei den Angststörungen 37.1% (NNT = 3). Während quer durch alle Studien das relative Risiko für Suizidgedanken oder Suizidversuche unter SSRI erhöht war (0.7% vs. Placebo, Number needed to harm: 143), wurde bei den einzelnen Indikationen keine statistische Signifikanz erreicht (0:9% bei Major Depressionen, 0.5% bei Zwangsstörungen und 0.7% bei Angststörungen). Kein Kind nahm sich während der Studienzeit das Leben. Bei den unter 12-Jährigen mit Major Depression war nur Fluoxetin effektiver als Placebo. Bei den Major Depressionen war die Wirksamkeit abhängig von Alter, Depressionsdauer und Studiensetting.

 

Konklusion der Autoren: Im Vergleich zu Placebo waren Antidepressiva im Kindesalter generell wirksam; am wirksamsten bei Angststörungen, gefolgt von Zwangsstörungen und Major Depressionen. Der Nutzen ist bei allen drei Indikationen als grösser einzuschätzen als das Risiko (Suizidgedanken/Suizidversuche), variierte aber in Abhängigkeit vom Alter, der Depressionsdauer und dem Studiensetting.

 

Link zur Studie

JAMA 2007;297:1683-1696 - Bridge JA et al

19.04.2007 - gem

 
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