HbA1c als Diabetesscreening-Parameter
Das Diabetes-Screening erfolgt aktuell entweder durch die Bestimmung der Nüchternglukose oder durch den oralen Glukosetoleranztest (oGTT). Die Autoren einer im Diabetes Care publizierten Studie haben das HbA1c als neuen Parameter für die Identifikation von Diabetikern evaluiert.
Anhand einer klinischen Gruppe, in der ein Drittel der 2'494 Personen unter einem bisher nicht diagnostizierten Diabetes litt, wurden die cut-off Werte festgelegt: ein HbA1c < 5.5% um einen Diabetes auszuschliessen und ein HbA1c > 7% um einen solchen zu diagnostizieren. Die Aussagekraft der HbA1c-Messung haben die Autoren schliesslich an einer Stichprobe von 6'015 Australiern (4.6% mit einem bisher nicht erkannten Diabetes) untersucht.
Die Sensitivität einer HbA1c-Messung < 5.5% betrug in der klinischen Gruppe 98.7% und in der australischen Gruppe 83.5%. Die Spezifität der HbA1c-Messung lag bei einem cut-off von 7% oder mehr bei 98.2% respektive 100%. Bei Personen mit einem HbA1c zwischen 5.6% und 6.9% hatten 62% bis 69% einen abnormalen Glukosestatus.
Konklusion der Autoren: Ein HbA1c < 5.5% schliesst einen Diabetes mit hoher Wahrscheinlichkeit aus, ein HbA1c > 7% spricht mit grösster Wahrscheinlichkeit für einen Diabetes mellitus. Personen mit einem HbA1c zwischen 6.5% und 6.9% haben ebenfalls ein hohes Diabetesrisiko und sollten regelmässig kontrolliert werden.
Link zur Studie
Diabetes Care 2010, online Publikation 12. Januar - Lu ZX et al
26.01.2010 - dde