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UEGW 2005 Kopenhagen - Aktuelles aus der Gastroenterologie

Die Jahrestagung der vereinigten gastroenterologischen, endoskopischen, hepatologischen und chirurgischen Gesellschaften, zusammengefasst als „United European Gastroenterology Week (UEGW)“, wurde in diesem Jahr vom 15. bis 19. Oktober 2005 in Kopenhagen durchgeführt. Die UEGW bestätigte auch in diesem Jahr, dass sie die grösste und wichtigste europäische Veranstaltung für Krankheiten des Magendarmtraktes darstellt.

 

In diesem Jahr haben mehr als 8’000 Ärzte, Forscher, andere Akademiker und Pflegefachpersonen teilgenommen, welche auf den folgenden Gebieten tätig sind: Gastroenterologie (sowohl adulte und pädiatrische Teilnehmer), Hepatologie, gastrointestinale Chirurge, Endoskopie, Radiologie und verschiedene andere assoziierte Spezialisten.

 

Das Meeting offerierte ein sehr breites Angebot an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten von der Basisforschung bis zur klinischen Anwendung. State-of-the-art Lectures, Symposien, Fortbildungskurse zu Leberkrankheiten, zu Magendarmkrankheiten sowie für Pflegefachpersonen wurden durchgeführt und ergänzt mit freien Mitteilungen sowie Posterpräsentationen zu allen Themen des Gebietes. Daneben wurden eine Reihe von speziellen Fortbildungskursen angeboten („hands-on“ Training in Ultraschall, Funktionsabklärungen des Magendarmtraktes, Trainingskurse für Kapselendoskopie, Learningcenter für Endoskopie), in welchen in sehr geraffter Form die wesentlichen Entwicklungen diskutiert wurden. Die Programmkommission des Kopenhagener Meetings hat den Kongress unter folgendes Hauptthema gestellt: „Translational Biology in Gastroenterology and Liver Disease“ oder auf deutsch "Fortschritte in der gastroenterologischen und hepatologischen Forschung und deren klinische Anwendung". Neuste Forschungsergebnisse aus der Gastroenterologie wurden präsentiert, genetische Aspekte und Risikofaktoren von entzündlichen Darmkrankheiten, von chronischen Leberkrankheiten und von malignen Tumoren des Gastrointestinaltraktes wurden diskutiert, neue therapeutische Ansätze (einschliesslich neue biologische Therapieformen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und in der Onkologie) wurden besprochen und analysiert, sowie Fortschritte in endoskopischen und chirurgischen Techniken präsentiert.

 

Kolonkarzinom

Erneut waren verschiedene Sessionen den Vorsorgemassnahmen des Dickdarmkrebses gewidmet. Wer am Kolonkarzinom erkrankt, merkt es meist zu spät. Durch verschiedene Massnahmen können Frühstadien entdeckt und gleichzeitig behandelt werden. Die Koloskopie gilt heute als „Goldstandard“ in den Screeningbemühungen für Dickdarmkrebs. Mit Hilfe der Koloskopie und dem Entfernen der Polypen im Dickdarm kann das Krebsrisiko um bis zu 90% gesenkt werden. In einer Session wurden nicht nur verschiedene Aspekte von Vorsorgeprogrammen in verschiedenen Ländern verglichen, sondern auch die verschiedenen Lösungsansätze diskutiert. Ein erstes Problem ist die Verfügbarkeit der Koloskopie; in den wenigsten Ländern sind die Ressourcen vorhanden, um ein breites Population-basierendes Screening anzubieten. Welche Ressourcen werden gebunden? Was für Kosten werden generiert? Kosten-Nutzen-Berechnungen sind wichtig bei dieser Art von Vorsorgeuntersuchungen; in der Schweiz wird zur Zeit an einem entsprechenden Programm gearbeitet; Eine Taskforce der schweizerischen Gesellschaft für Gastroenterologie versucht in Zusammenarbeit mit der Krebsliga und dem BAG zu einer tragbaren Lösung zu gelangen.

 

Entzündliche Darmkrankheiten (M. Crohn, Colitis ulcerosa)

Ein zweites wichtiges Thema der Kopenhagener Jahrestagung waren die Fortschritte und neuen Möglichkeiten in der Behandlung von entzündlichen Darmkrankheiten (M. Crohn, Colitis ulcerosa). Mehrere Sitzungen waren genetischen Aspekten sowie neuen Erkenntnissen in der Krankheitsentwicklung des Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa gewidmet. Daneben wurden neue Behandlungsstrategien vorgestellt und diskutiert. Neue Medikamente eröffnen neue Hoffnungen in der Behandlung, sowohl für den M. Crohn als auch für die Colitis ulcerosa.

 

NSAR/COX-2-Hemmer

Auch in anderen Gebieten wurden neue Behandlungskonzepte vorgestellt und diskutiert. Spezielles Interesse erweckten die neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der COX-2-Hemmer und nichtsteroidalen Antirheumatika. Der Rückzug von Rofecoxib aus dem Markt hat zu einer allgemeinen Verunsicherung geführt. Die NSAR gehören zu den meist verschriebenen Medikamenten weltweit. Die Nebenwirkungen der klassischen NSAR sind im gastroenterologischen Alltag weiterhin von grosser Bedeutung, sowohl aus medizinischer Sicht (gastrointestinale Toxizität) als auch auf Grund von ökonomischen Aspekten (Kosten, welche durch diese Nebenwirkungen erzeugt werden). Die Einführung der selektiven COX-2-Hemmer vor ein paar Jahren wurde deshalb aus gastroenterologischer Sicht von grosser Hoffnung begleitet. Diese Erwartungen wurden in der Folge nur teilweise erfüllt. Hingegen zeigten die COX-2-Hemmer unerwartete kardiovaskuläre Nebenwirkungen: ein erhöhtes Risiko für Myokardinfarkt, für thromboembolische Komplikationen und für Herzinsuffizienz wurden erkannt. Vor allem Rofecoxib und Valdecoxib waren davon betroffen und sind in der Zwischenzeit vom Markt zurückgenommen worden. Im Vordergrund der Diskussion steht im Moment, ob das erhöhte kardiovaskuläre Risiko der COX-2-Hemmer nur für diese selektive Medikamentengruppe gilt oder ob auch die klassischen NSAR mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden sind.

 

Leberkrankheiten

Im Zentrum der Diskussionen der Hepatologen waren die neuen Behandlungsmöglichkeiten von chronischen Leberkrankheiten wie Hepatitis B und C, NASH, und die Behandlung des hepatozellulären Karzinoms. Die neuen Erkenntnisse in der Pathogenese der Fibrose wurden besprochen, mögliche Ansätze zu deren Behandlung waren von Interesse. Die Behandlung von NASH macht erste Fortschritte, wie aus Vorträgen, aber auch aus freien Mitteilungen hervorging; die pathophysiologischen Konzepte sind besser definiert und bieten Ansätze zu therapeutischen Lösungen, die nun erstmals vorgestellt worden sind.

 

Endoskopie/Bildgebung

Wie entwickelt sich die Bildgebung in der Gastroenterologie? Die Entwicklung geht weiter in Richtung endoskopische Mikroskopie oder um ein Schlagwort zu verwenden „optische Biopsie“. Daten wurden präsentiert zu ersten Erfahrungen mit neuen Techniken (Narrow-Band-Imaging; endoskopische Mikroskopie mit 1’100facher Vergrösserung) bei Krankheiten wie Barrett-Ösophagus und flachen Polypen im Kolon. Die Entwicklung zur Molekularendoskopie (molekulare Charakterisierung von Gewebe mittels Endoskopie) schreitet unaufhaltsam weiter. Fragen zu Kosten und Verfügbarkeit der entsprechenden Techniken sind im Vordergrund; andere Diskussionen gehen in die Richtung, ob die Entwicklungen primär Spielereien der Techniker sind oder ein echtes medizinisches Bedürfnis abdecken. Die Zukunft wird zeigen, was aus diesen faszinierenden Entwicklungen entsteht.


Prof. Dr. med. Christoph Beglinger, Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsspital Basel.

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01.12.2005 - undefined

 
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