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Sie sind hier: Kongresse/Tagungen » CH-Tagungsberichte 22. Mai 2012
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Diastolische Dysfunktion und Herzinsuffizienz

Einleitung

Definition

Kontinuum von abnormaler LV-Relaxation bis zur diastolischen Herzinsuffizienz

  • Abnormale LV-Relaxation: abnormale LV-Relaxation/-Füllung, normale Belastungs-Kapazität (Echo-Befund)
  • Diastolische Dysfunktion: erhöhter LV-Füllungsdruck, verminderte Belastungs-Kapazität
  • Diastolische Herzinsuffizienz: erhöhter LV-Füllungsdruck, verminderte Belastungs-Kapazität und Herzinsuffizienz-Symptome (Flüssigkeits-Retention)
  • LVEF > 50% = „Herzinsuffizienz mit erhaltener systolischer Funktion" 33%; >70-jährig: 50%
  • hauptsächlich Frauen haben Herzinsuffizienz mit erhaltener systolischer Funktion (80%)
  • Ältere Patienten mit diastolischer Dysfunktion Funktion
Prävalenz der diastolischen Herzinsuffizienz
  • 40-60% der Patienten mit Herzinsuffizienz haben eine normale LVEF (> 50%)
  • Prävalenz mit zunehmendem Alter steigend
    - <50-jährig: 15%; 50-70-jährig: auch ohne LV Hypertrophie und Hypertonie
Chronisch progressive Erkrankung
  • Mortalität: »30%/ 5 Jahren
  • Morbidität: »50% Hospitalisationen/ 5 Jahren

Zentraler Faktor in der Progression der Herzinsuffizienz: Neurohumorale Stimulation

 

Aetiologie der Diastolischen Dysfunktion

  • Chronische arterielle Hypertonie
    - Hypertensive Kardiomyopathie mit supranormaler LVEF
  • Hypertrophe Kardiomyopathie
    - Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM)
    - Hypertrophe, nicht obstruktive Kardiomyopathie
  • Aortenstenose mit erhaltener LVEF
  • Ischämische Kardiomyopathie
  • Restriktive Kardiomyopathie
    - Idiopathisch
    - Infiltrative Kardiomyopathien (Amyloidose)

 

Allgemeine therapeutische Massnahmen

Behandlung reversibler kardialer Dysfunktion
  • Strikte Behandlung der arteriellen Hypertonie
    - Reduktion des CHF Risikos um 40-50%
  • Salzrestriktion
  • Frequenzkontrolle bei Tachyarrhythmie (spez. VHFlimmern/-Flattern)
Ursachen der rezidivierenden Dekompensationen
  • Non-Compliance bei der medikamentösen Therapie
  • Nichteinhalten der Salzrestriktion
  • Infektiöse Erkrankungen (viral und bakteriell)
  • Schmerzmittel (NSAR, Cox-2 Inhibitoren), Kortikosteroide
Wichtige supportive Massnahmen
  • Tägliches Wägen; melden einer Gewichtsveränderung von mehr als 2 kg / 3 Tagen
  • Proaktive Kontrolle: Disease Management

 

Medikamentöse Therapie und wichtige Nebenwirkungen

Diuretika

Ziel: ZVD (Jugularis interna rechts) von 7-8 cm H2O

  • Adäquate Verwendung von Diuretika für CHF-Therapie entscheidend
    - Vorsicht: Bei Patienten mit kleinen, steifen Herzen und diastolischer Dysfunktion führt übermässige Reduktion des ZVD (Vorlast) zu Hypotonie und Niereninsuffizienz
  • Aufgrund pathophysiologischer Überlegungen nur in Kombination mit einem ACE-Inhibitor/ Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist
  • Torasemid bei dekompensierter Herzinsuffizienz effektiver als Furosemid
  • Bei dekompensierter CHF per os Medikation häufig ungenügend: i.v. Therapie notwendig

 

ACE-Hemmer

Keine prospektiven Herzinsuffizienz-Studien, die einen günstigen Effekt von ACE-Hemmern auf die Mortalität oder Morbidität bei diastolischer Dysfunktion beweisen

Aber

  • In der HOPE Studie (Heart Outcomes Prevention Evaluation Study) reduzierte Ramipril das Auftreten von Herzinsuffizienz um 22% (p<0.01)
  • ACE-Hemmer sind günstig bei Behandlung der hypertensiven Kardiopathie (Regression LVH
  • Empirische Therapie aufgrund pathophysiologischer Überlegungen ws. günstig
    - Speziell bei Verwendung von Diuretika - Aktivierung RAS - Vermehrte Fibrose
  • In retrospekiven Studien Verbesserung der Morbidität aber nicht der Mortalität
Nebenwirkungen/Komplikationen
  • Arterielle Hypotonie:
    - Meist Aktivierung des RAS bei vorgängig schneller, (zu) starker Diurese
  • Niereninsuffizienz:
    - Risikofaktoren: Aktivierung des RAS, Nierenarterien-Stenosen, NSAR, Cox-2 Inh.
    - Mässige Erhöhung des Kreatinins (max. 50-100% des Ausgangswertes; max. 250-350 mmol/L) akzeptabel, sofern kein path. Anstieg des Serum-Kaliums

 

Angiotensin II – Rezeptor – Blocker (ARB)

  • In der prospektiven, plazebo-kontrollierten CHARM-Studie reduzierte Candasartan bei Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener LV Funktion (LVEF > 40%) die
    - herzinsuffizienz-bedingte Hospitalisationen,
    - nicht aber der kombinierte, primäre Endpunkt (Mortalität oder CHF Hosp.; p = 0.051 adj.)
  • ARBs, resp. Candesartan, sollten darum für die Behandlung der diastolischen Dysfunktion in Betracht gezogen werden
Nebenwirkungen
  • Hypotension:  Gleich wie ACE-Hemmer
  • Niereninsuffizienz: Gleich wie ACE-Hemmer

 

Beta-Blocker

Keine prospektiven Studien, die einen günstigen Effekt von b-Blocker auf die Mortalität oder Morbidität bei diastolischer Dysfunktion beweisen.

Aber b-Blocker

  • reduzieren die Herzfrequenz und verbessern die LV-Füllung (speziell bei körperlicher Belastung und bei Vorhofflimmern); Ziel-Herzfrequenz 60-70/Min. in Ruhe
  • vermindern die Hypertonie-induzierte LV Hypertrophie
  • vermindern Ischämie-induzierte diastolische Dysfunktion

 

Kalziumkanal-Blocker

Keine prospektiven Studien, die einen günstigen Effekt von Kalziumkanal-Blockern auf die Mortalität bei diastolischer Dysfunktion beweisen.

Aber Kalziumkanal-Blocker (Verapamil und Diltiazem)

  • haben einen direkten, Relaxations-verbessernden Effekt und scheinen die Morbidität zu vermindern
  • reduzieren die Herzfrequenz und verbessern die LV-Füllung (insbesondere auch bei Vorhofflimmern)
  • bei Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie vermindert Verapamil die Mortalität

 

Weitere Medikamente

Nitrate

  • Reduzieren die Vorlast und führen so zu einer günstigen Beeinflussung der LV Druck-Volumen-Beziehung und zu einer allfälligen myokardialen Ischämie
  • Nebenwirkungen: Vorsicht: Bei Patienten mit kleinen, steifen Herzen und diastolischer Dysfunktion führt übermässige Reduktion des ZVD (Vorlast) zu Hypotonie und Niereninsuffizienz

 

Aldosteron-Antagonisten

  • Reduktion der myokardialen Fibrose möglich, aber keine prospektiven Daten bei Patienten mit diastolischer Dysfunktion

 

Digoxin

In der Regel bei diastolischer Dysfunktion kontraindiziert

 

 
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16.06.2005 - dde
 



 

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