EKG Quiz 33
Sie sind Nachtarzt und freuen sich nach einem wilden Nachtdienst aufs Bett. Da wird um 6:25 von der Rettungssanität eine 81-jährige Frau auf die Notfallaufnahme gebracht. Sie ist ca. 3 Stunden zuvor mit/wegen heftigen retrosternalen Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm erwacht.
Es war ihr dabei übel und sie musste schwitzen. Gleichartige Schmerzen - nur viel weniger intensiv - hatte sie am Vortag während 30 Minuten beim Wandern. Sie wollte nachts niemanden derangieren und probierte zuerst alle Haus- und Schmerzmittel. Erst nach 2 Stunden anhaltenden Schmerzen avisierte sie den Notarzt und dieser die Rettungssanität. Sie erhielt Isoket Spray 2 Hübe, Aspégic 500 mg und Morphin 2 mg iv. ohne Schmerzbesserung.
Aus der Vorgeschichte sind eine langjährige arterielle Hypertonie, eine Adipositas, Palpitationen und eine gastroösophageale Refluxerkrankung bekannt. Sie nimmt Blopress 16 mg 1-0-0 und Isoptin RR 240 mg ½-0-0.
Bei Eintritt hat sie noch immer Schmerzen. Klinische Befunde: Adipositas, BD 140/80 mmHg, Puls 80/min, regelmässig, unauffällige Herzauskultation, keine Herzinsuffizienzzeichen, symmetrische Pulse. Das EKG liegt Ihnen einige Minuten später vor:
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Frage 1
Wie der Notarzt und die Rettungssanität haben Sie schon aufgrund der Anamnese die Verdachtsdiagnose eines akuten Koronarsyndroms (ACS) gestellt. Was liegt aufgrund des EKGs vor?
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Frage 2
Wie Sie wissen, wird ein akutes Koronarsyndrom mit ST-Hebungen praktisch immer durch einen frischen thrombotischen Verschluss einer Kranzarterie verursacht. Im nicht perfundierten Myokardareal kommt es dann zum Infarkt. Wie würden Sie das Infarktareal hier bezeichnen?
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Frage 3
Welche Kranzarterie ist mit grösster Wahrscheinlichkeit verschlossen?
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Frage 4
In Ihrem Spital bieten die Kardiologen die Möglichkeit der Direkt-, bzw. Akut-PTCA an. Sie wissen von ihnen, dass die Direkt-PTCA der Thromboyse überlegen ist, wenn diese innerhalb von 90 Minuten nach Erstkontakt (hier ½ Std. vor Eintritt) erfolgt und der Zeitverlust ge-genüber der Thrombolyse nicht > 1 Stunde beträgt. Deshalb avisieren Sie den diensthabenden Kardiologen unmittelbar nach dem Anfertigen des EKGs. Danach veranlassen sie weitere therapeutische Massnahmen. Welche gehört nicht dazu ?
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Die Patientin wird 1 Stunde nach Eintritt im Spital invasiv untersucht. Die Koronarographie zeigt tatsächlich einen frischen thrombotischen Verschluss der Circumflexa. Dieser kann rasch rekanalisiert werden, wie sich in der Koronarangiographie nachweisen lässt:
Sie erhält einen drug-eluting Stent. Das EKG nach der Intervention zeigt eine vollständige Rückbildung der ST-Veränderungen:
Die vorliegenden Angaben stammen von Dr. med P. Loretan, Leitender Arzt Kardiologie am Spital Bern Tiefenau.
Mediscope
12.04.2006 - dde