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Kongressbericht vom 47. ASH Kongress

Vom 10.-13. Dezember 2005 fand in Atlanta, Georgia, der 47. Jahreskongress der Amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie statt (ASH). Im Folgenden wird der Teilnehmer kurz auf 4 ausgewählte Beiträge eingehen, welche er wegen ihrer Innovation, Praxisnähe oder auch wegen wirtschaftlichen Implikationen ausgewählt hat.

Prophylaktische Faktorsubstitution

Abstract 3:

«Initial Results of a Randomized, Prospective Trial of Prophylaxis to Prevent Joint Disease in Young Children with Factor VIII (FVIII) Deficiency»; Marilyn J. Manco-Johnson et al.

 

Es handelt sich dabei um eine multizentrische, prospektive, randomisierte klinische Studie, welche eine prophylaktische Faktorsubstitution (P) mit FVIII 25 U/kg jeden 2. Tag mit einer intensiven FVIII-Substitution mit ³80 U/kg beim Auftreten einer Gelenksblutung (E) miteinander verglich.


Primäre Endpunkte waren Knorpel- und Knochendefekte an Indexgelenken wie Knie, Ellenbogen und Knöchel (konventionell radiologisch oder mit MRI von 2 geblindeten unabhängigen Radiologen beurteilt), daneben die Gelenksfunktion (GF). Studieneintritt im Alter von 12 bis 30 Monaten, Studienende im Alter von 6 Jahren.

 

Resultate: 65 Knaben wurden randomisiert, 32 in den Arm P, 33 in den Arm E. Die Studie ist geschlossen. Die radiologischen Auswertungen sind noch ausstehend, die klinischen liegen vor.
Die Gruppe P verbrauchte mehr FVIII (163 vs. 47 Infusionen/Jahr (p<0.001) und hatte weniger Gelenksblutungen/Jahr (0.47 vs 4.9, p<0.001) als die Gruppe E. Die mit einem Score bestimmte GF war in der Gruppe P signifikant besser (4.7 vs. 8.6, p<0.01). Über Kosten, Wirtschaftlichkeit und Lebensqualität liegen zur Zeit noch keine Daten vor.

 

Lenalidomide beim Multiplen Myelom

Abstract 6:

«Study of Lenalidomide Plus Dexamethasone Versus Dexamethasone (Dex) Alone in Relapsed or Refractory Multiple Myeloma (MM): Results of a Phase 3 Study (MM-010) »; Meletios A. Dimopoulos et al.

 

Es handelt sich dabei um eine multizentrische, randomisierte, Doppelblindstudie, an der 351 Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem MM teilnahmen.


Die Patienten erhielten 40 mg Dex/Tag 1 - 4, 9 - 12, 17 - 20 po alle 28 Tage und Lenalidomide (eine neue immunmodulatorischen Substanz) 25 mg täglich po, Tag 1 - 21 alle 28 Tage oder Placebo. Ab dem 5. Zyklus wurde Dex noch Tag 1 - 4 pro Zyklus gegeben. Die Patienten waren gut balanciert in beiden Gruppen.


Nach einer Studiendauer von 18 Monaten war die mediane Krankheitsprogression in der Gruppe Lenalidomide plus Dex 13.3 Monate, im Placeboarm mit Dex 5.1 Monate (p<0.000001). Die Ansprechrate im Lenalidomidearm 58% vs. 22% im Placeboarm (p<0.001). Grad 3 - 4 Neutropenie war im Lenalidomidearm grössser (16.5 vs. 1.2%. Grad 3 und 4 Infektionen waren in beiden Armen gleich. Thromboembolische Komplikationen waren im experimentellen Arm häufiger (8.5% vs. 4.5%), so dass die Autoren zu einer prophylaktischen Antikoagulation raten.
Diese relativ gut tolerierte orale Medikation sollte sicher in Studien bei neu diagnostiziertem MM untersucht werden. Wobei der heutige Medikamentenpreis von mehr als 10'000 SFr./Monat einer weiteren Verbreitung sicher im Wege steht.

 

Resultate der Ricover-60 Studie

Abstract 13:

«Six, Not Eight Cycles of Bi-Weekly CHOP with Rituximab (R-CHOP-14) Is the Preferred Treatment for Elderly Patients with Diffuse Large B-Cell Lymphoma (DLBCL): Results of the Ricover-60 Trial of the German High-Grade Non-Hodgkin Lymphoma Group (DSHNHL) »; Michal Pfreundschuh et al.

 

Die Reduktion des Behandlungsintervalls von 3 (CHOP-21) auf 2 Wochen (CHOP-14) und der Zusatz von Rituximab hat die Behandlungsresultate bei älteren Patienten mit DLBCL deutlich verbessert ohne die Toxizität zu erhöhen.


In dieser Studie erhielten ältere Patienten (61 - 80 Jahre) mit DLBCL Stadium I-IV in randomisierter Form CHOP-14 mit oder ohne Rituximab (R) an den Tagen 1, 15, 29, 43, 57, 71, 85 und 99. Radiotherapie war für initialen Bulk oder extranodalen Befall vorgesehen. Der primäre Endpunkt der Studie war Freiheit von Behandlungsversagen, Ereignisse definiert als zusätzliche Therapie sowie Versagen, eine komplette Remission zu erreichen, Krankheitsprogression, Rückfall oder Tod. Im Zeitraum von Juli 2000 bis Juni 2005 wurden 1’330 Patienten in die Studie eingeschlossen.


Für den primären Endpunkt der Studie gab es keinen Unterschied zwischen CHOP-14 vs. CHOP-21, aber hoch signifikant für R-CHOP-14 vs. CHOP-14 (p=0.000025) und die Studie wurde im Juni 2005 geschlossen.


Die Autoren schliessen, dass in der grössten randomisierten Studie R-CHOP-14 die besten bisher beobachteten Resultate bei DLBCL bei älteren Patienten darstellen und dieses Regime deshalb als neuer Standard angesehen werden sollte.

 

Chemoradiotherapie der alleinigen Radiotherapie nicht überlegen

Abstract 15:

«No Role for Chemoradiotherapy When Compared with Chemotherapy Alone in Elderly Patients with Localized Low Risk Aggressive Lymphoma: Final Results of the LNH93-4 GELA Study»; Georges Fillet et al.

 

Im Zeitraum von März 1993 bis Juni 2002 wurden 576 Patienten (über 60 Jahre) mit aggressivem Non-Hodkin-Lymphoma (IWF Gruppe F, G, H oder anaplastischem NHL nach Kiel) mit lokalisierter Erkrankung (Stadium I-II) in die Studie aufgenommen und mit 4 Zyklen CHOP-21 mit oder ohne anschliessende «involved field»-Radiotherapie mit 40 Gy behandelt. Nach einer medianen Beobachtungszeit von 6.8 Jahren gibt es keinen Unterschied bezüglich ereignisfreiem oder Gesamtüberleben. Auch die Remissionsraten nach Behandlungsabschluss sind identisch.


Die Autoren kommen zum Schluss, dass die Radiotherapie bei lokalisiertem aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom bei älteren Patienten mit gutem Risiko keinen Vorteil zur alleinigen Chemotherapie bringt. Auf Grund anderer publizierten Daten (Coiffier) empfiehlt die französische Gruppe R-CHOP für diese Patientengruppe.

 

Dr. med. Emanel Jacky, Oberarzt, Klinik und Poliklinik Onkologie USZ

Medizin Spektrum

23.01.2006 - undefined

 
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