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Highlights vom Eular 2006 (Rheumatologie)

Am diesjährigen Eular in Amsterdam trafen sich etwa 10'000 Spezialisten aus der ganzen Welt. Dr. Brühlmann, leitender Arzt, Rheumatologische Klinik USZ hat sich umgehört.

 

 

Zunehmende Erfahrungen in der Langzeittherapie mit Tumor-Nekrose-Faktor-alpha-Blockern (TNFα) bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen nehmen einen grossen Stellenwert der präsentierten Studien ein.

 

Ein zweiter Schwerpunkt galt den Therapiemöglichkeiten bei Arthrose, wobei insbesondere die Möglichkeiten der Verzögerung oder gar Verhinderung des strukturellen Krankheitsprozesses von besonderem Interesse waren.

Spondarthropathien

Die Wirksamkeit von TNFα-Blockern bei der Spondylitis ankylosans ist für alle drei zur Verfügung stehenden TNFα-Blocker (Infliximab, Etanercept, Adalimumab) dokumentiert. Dabei ist die klinische Wirkung mit entsprechender Auswirkung auf die Lebensqualität über fünf Jahre (Infliximab) nachgewiesen. In kontrollierten Untersuchungen konnte auch die klinische Erfahrung bestätigt werden, dass je nach klinischem Verlauf die Dosis reduziert oder das Dosisintervall verlängert werden kann. Während morphologisch die entzündlichen Veränderungen am Achsenskelett unter TNFα-Blockern regredient sind, ist die Verhinderung von ankylosierenden Veränderungen noch nicht geklärt. Die radiologische Progression mit Syndesmophytenbildungen kann zumindest bei Patienten mit längerer Krankheitsdauer nicht sicher verhindert werden. Ob ein TNFα-Blocker-Einsatz bei früher Krankheitsmanifestation die Ankylosierung verhindern kann, werden zukünftige Untersuchungen zeigen müssen.

 

Arthrose

Hyaluronsäure (HA)

Intraartikuläre Injektionen von Hyaluronsäure-Präparaten (HA) sind wirksam bei der Behandlung von symptomatischen Arthrosen des Knie- und Hüftgelenkes. In einer aktualisierten Cochrane–Übersicht wurde die Wirkung der Viskosupplementation mit geringem Nebenwirkungspotential als Lokaltherapie bei Gonarthrose dargestellt. Das Molekulargewicht der einzelnen Präparate scheint für das Ausmass und die Dauer der Wirkung nicht entscheidend zu sein. Über die Anzahl der Injektionen und über das optimale Dosierungsintervall ist die Datenlage nach wie vor dürftig. Untersuchungen zum Einsatz von HA bei Arthrosen ausserhalb des Knie- beziehungsweise Hüftgelenkes wurden für das Daumensattelgelenk (Rhiz-Arthrose) und Schultergelenk (Omarthrose) präsentiert. Beim Schultergelenk waren sowohl drei als auch fünf Injektionen von HA in wöchentlichen Abständen bezüglich Schmerz- und Funktionsverbesserung NaCl-Injektionen überlegen. Dabei profitierten sowohl Patienten mit nachgewiesener Ruptur der Rotatorenmanschette als auch Patienten mit ankylosierender Periarthropathie. Der Stellenwert der HA-Injektionen bei diesen Gelenken sowie die Langzeitwirkung benötigen weitere Untersuchungen.

 

Nach wie vor offen bleibt auch die Frage, ob die intraartikuläre Verabreichung von HA morphologisch die Arthrose-Progression verhindern oder zumindest verzögern kann. Studien mit dieser Fragestellung fehlen immer noch.


 
Chondroitinsulfat

Chondroitinsulfat wird seit Jahren zur Behandlung der symptomatischen Arthrose eingesetzt. Letztes Jahr wurde erstmals an einer grösseren Studienpopulation zusätzlich ein strukturerhaltender Effekt im Sinne einer Chondroprotektion publiziert. Eine grössere multinationale, multizenter, placebokontrollierte Studie konnte die Ergebnisse einer zweijährigen Einnahme von Chondroitinsulfat bei Kniegelenkarthrose bestätigen. In dieser STOPP-Studie (STudy on Osteoarthritis Progression Prevention) zeigte sich im ersten Jahr der Intervention zusätzlich eine signifikante Schmerzreduktion gegenüber Placebo. Die präsentierte Studie wurde mit Condrosulf® 800 mg pro Tag über zwei Jahre durchgeführt. Da verschiedene Chondroitinsulfat-Präparate erhebliche Unterschiede in der Wirkung aufzeigen können, lassen sich die Resultate nicht auf alle erhältlichen Präparate übertragen. Insbesondere weichen die im Ausland frei erhältlichen Chondroitinsulfat-Präparate oft sowohl in Dosierung wie Inhalt stark von der angeschriebenen Menge ab, da sie keiner Qualitätskontrolle unterliegen.

 

Dr. med. Pius Brühlmann, Leitender Arzt, Rheumatologische Klinik, UniversitätsSpital Zürich

Medizin Spektrum

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