AUA Prostatakarzinom
Beste Behandlungsstrategie beim hochgradigen Prostatakarzinom (Abstract 468)
Bei 3159 Männern mit highgrade Prostatakarzinom (Gleason > 8) wurde der Therapieoutcome ("watchfull waiting" (WW), Bestrahlung (RT) oder radikale Prostatektomie (RP)) in Bezug auf das krebsspezifische und Gesamtüberleben verglichen. Der mittlere Follow up betrug 55.5 Monate. Die meisten in die Studie eingeschlossenen Männer waren weiss (57.6%) oder Afroamerikaner (42.4%). Nach Beendigung der Studie waren 27% der Patienten aufgrund des Prostatakarzinoms gestorben.
Die Behandlungsmodalität war ein signifikanter Prädiktor für das krebsspezifische und Gesamtüberleben. Das Todesrisiko nach RP war um 32% tiefer als nach WW und 42% tiefer als nach RT. Das krebsspezifische Todesrisiko nach RP war um 68% niedriger als nach WW und um 49% niedriger als nach RT.
Männer mit hochgradigem Prostatakarzinom profitieren von der radikalen Prostatektomie. Das aggressive Vorgehen ist dem konservativen Vorgehen vorzuziehen. Wenn eine Prostatektomie möglich ist, sollte sie durchgeführt werden!!
Einfluss von sozio-oekonomischen Faktoren auf Langzeitüberleben (Abstract 465)
Die Autoren untersuchten den Einfluss der Rasse auf das krankheitsspezifische und auf das Gesamtüberleben bei lokalisiertem Prostatakarzinom. 2046 Männer wurden untersucht (1243 Kaukasier, 803 Afroamerikaner). Die Behandlung war entweder "watchfull waiting" (WW), Bestrahlung (RT) oder radikale Prostatektomie (RP).
Bei den Afroamerikanern war der initiale PSA (Prostata spezifisches Antigen) höher als bei den Kaukasiern (12.8 vs. 10.2). Zwischen Tumorstadium und Schweregrad bestand kein Unterschied. Die Kaukasier erhielten häufiger eine RP als die Afroamerikaner, wohingegen jene häufiger mit RT behandelt wurden. Die Kaukasier verdienten durchschnittlich mehr, die Afroamerikaner waren häufiger HMO-versichert. Das krankheitsspezifische und Gesamtüberleben war bei den Afroamerikanern tiefer als bei den Kaukasiern. Werden diese
Daten unabhängig vom Einkommen und der Versicherung betrachtet, besteht keine Assoziation mehr zwischen schlechterem Outcome und Afroamerikanern.
Die Afroamerikaner tragen ein höheres Gesamtmortalitätsrisiko und auch ein höheres krebsspezifisches Mortalitätsrisiko. Betrachtet man diese beide Aspekte unabhängig vom Einkommen und der Versicherungslage, besteht dieser Rassennachteil nicht mehr.
Assoziation zwischen Rasse, Schweregrad... und Prostata-Therapie-Strategie (Abstract 1671)
Welche Patientencharakteristika beeinflussen die Behandlungsstrategie? 1187 Patienten mit frühzeitig erkanntem Prostatakarzinom wurden diesbezüglich untersucht. Patienten beantworteten Fragen zur Lebensqualität und zur Demographie.
53% wurden radikal prostatektomiert, 24% erhielten eine Brachytherapie und 23% eine externe Radiotherapie (ERT). Der Zivilstand (verheiratet), das Alter (jung) und die initiale Sexualfunktion (gut erhalten) wurde eher mit einer radikalen Prostatektomie (RP) assoziiert als mit einer ERT. Optimistische Persönlichkeiten wählten eher eine RP als eine ERT. Afroamerikaner wählten eher eine Brachytherapie als eine RP.
Die Rasse, der Zivilstand (verheiratet), das jüngere Alter, der Karzinomschweregrad und die Urinfunktion konnten mit dem Behandlungstyp assoziiert werden.
Positive Familienanamnese für Prostatakarzinom kein Nachteil (Abstract 1672)
Männer mit positiver Familienanamnese für Prostatakarzinom haben häufiger weniger aggressive Karzinome bei radikaler Prostatektomie als die anderne Prostatakarzinompatienten.
Diese Studie untersuchte den klinischen Outcome zwischen Patienten mit und ohne Familienanamnese. Patienten mit positiver Anamnese waren zum Zeitpunkt der Prostatektomie 2 Jahre jünger, hatten einen leicht tieferen PSA-Wert und hatten häufiger einen niedriger malignen Schweregrad als die Patienten ohne Anamnese. Nach einem medianen Follow up von 7.5 Jahren, hatten 17% der Patienten mit Anamnese einen Rückfall im Vergleich zu 30% derjenigen ohne Anamnese. 86%, respektive 80% der Patienten mit Anamnese überlebten 5, respektive 10 Jahre nach Prostatektomie krankheitsfrei (ohne Anamnese: 73% respektive 66%).
Patienten mit positiver Familienanamnese für ein Prostatakarzinom sind jünger, haben tiefere PSA-Werte, eine tiefere Tumorgradierung bei Prostatektomie und leben länger als die Männer ohne Familienanamnese.
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| 13.06.2005 - ssc |
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