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Sie sind hier: Im Brennpunkt » Nahrungsmittelintoleranz Nahrungsmittelallergie » Symptome/Abklärungen 24. Oktober 2017
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Symptome / Abklärungen

Symptome

Intoleranz: Bauchschmerz
 

Die Laktoseintoleranz und Fruktoseintoleranz äussern sich vor allem durch Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Meteorismus, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Durchfall. Die meisten Erwachsenen haben eine geringe Laktaseaktivität, so dass bei exzessivem Konsum von Milchprodukten Symptome auftreten können. Die Symptomatik ist also dosisabhängig, und zudem sehr variabel: Während 2.5 dl Milch bei den meisten Erwachsenen keine Symptome auslösen, kann die gleiche Menge bei Kindern zu abdominellen Schmerzen und allenfalls auch Durchfall führen.

 

Die nicht IgE-vermittelte Zöliakie verursacht ebenfalls GI-Beschwerden, wobei zusätzliche Symptome wie Vitamin- und Eisenmangel, ein allgemeines Krankheitsgefühl, eine Blutarmut (Anämie) oder Ödeme hinzukommen können.

 

Die Symptome der Histaminintoleranz oder der Pseudoallergien sind denen einer Allergie ähnlich: Hautrötungen, Urtikaria, Pruritus, Asthma und allenfalls Herzrhythmusstörungen.

 

 

Allergie: Urtikaria
 

 

Symptome einer IgE-vermittelten Nahrungsmittel-Allergie treten innerhalb von einigen Stunden nach Verzehr auf, Spätreaktionen können sich aber auch bis zwei Tage später noch manifestieren. Häufig beobachtet werden:

 

 

 

  • Urtikaria, Erythem, Pruritus
  • Niessattacken, Konjunktivitis
  • Schleimhautschwellungen
  • Dyspnoe
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall
  • Kardiovaskuläre Symptome wie Herzrhythumsstörungen, Hypotonie, Bewusstseinstrübung

Die Häufigkeit der betroffenen Organsysteme beträgt 45% für die Haut, 25% für den Respirationstrakt, 20% für den GI-Trakt und 10% für das Herzkreislaufsystem [1].

 

Kurz nach der Nahrungsaufnahme kann ein orales Allergie-Syndrom (OAS) mit Anaphylaxie auftreten. Über 75% der Patienten mit einer nahrungsmittelinduzierten anaphylaktischen Reaktion sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Nur gerade 7% der Betroffenen sind über 40 Jahre alt [2].

 

Klinisch ist das Krankheitsbild charakterisiert durch abrupt einsetzende Symptome, die sich innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach Nahrungsaufnahme manifestieren. Sie äussern sich an der Haut mit Urtikaria oder Angioödem, am Respirationstrakt mit Rhinitis, Larynxödem oder Bronchospasmus, am Gastrointestinaltrakt mit Durchfällen oder Erbrechen und kardiovaskulär mit Blutdruckabfall bis zum Schock. Pathogenetisch liegt der Anaphylaxie eine Allergie vom Soforttyp zugrunde mit Freisetzung von biologisch aktiven Mediatoren aus Mastzellen und Basophilen. Das OAS ist eine häufige Folge einer Kreuzallergie zwischen Pollen und Nahrungsmitteln.

 

Abklärungen / Diagnose

Es lohnt sich, eine detaillierte Anamnese aufzunehmen: Wann, wo, nach welchem Konsum von Lebensmitteln sind welche Symptome in welcher Reihenfolge aufgetreten? Das Führen eines Ernährungstagebuches sowie die Prüfung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie des beruflichen und privaten Umfeldes können helfen, den Auslöser zu identifizieren.

 

Nahrungsmittel-Allergie

Pricktest
 

Wenn ein Verdacht auf eine Allergie besteht, muss eine solche möglichst bestätigt respektive ausgeschlossen werden. Dazu eignen sich:

 

 

 

 

 

 

  • Hauttests: Die meisten proteinhaltigen Allergene eignen sich in nativer Form gut zum Pricktest und irritieren selten die Haut. Bei Verdacht auf eine ausgeprägte Sensibilisierung sollte die Substanz stark verdünnt in ansteigenden Konzentrationen getestet werden. Bei bedrohlichen Reaktionen in der Anamnese ist bei Hauttests grosse Vorsicht geboten.
  • Bluttests (IgE-Bestimmung mittels RAST/CAP)
  • Provokationstests mit dem vermuteten Agens. Initial wird bei ausgeschlossener Allergie auf Reis und Kartoffeln während einer Woche eine allergenarme Wasser-Reis-Kartoffeldiät verordnet und danach einzelne verdächtigte Nahrungsmittel nach und nach zugefügt.

Gemäss EAACI ist der einzige akzeptierte Test zur Bestätigung einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit ein sauber durchgeführter, doppelblinder Provokationstest [3].

 

Die Zöliakie als nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittel-Unverträglichkeit muss immer ausgeschlossen werden, wenn unklare gastrointestinale Beschwerden vorliegen, insbesondere bei Bauchkrämpfen, Meteorismus und Durchfall. Zöliakie ist die häufigste Dünndarmenteropathie in Westeuropa und deswegen gehört ein Screening auf Sprue zur Basisuntersuchung bei unklaren GI-Beschwerden. Mit der Bestimmung der Transglutaminase-Antikörper im Serum kann eine Zöliakie mit grösster Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen respektive bestätigt werden. Goldstandard in der Sprue-Diagnostik ist nach wie vor die Histologie nach Dünndarmbiopsie.

 

Nahrungsmittel-Intoleranz

Allergietests machen nur Sinn, um eine IgE-vermittelte Allergie auszuschliessen.

 

Vermeidungs- und Provokationstests können einen Verdacht auf eine Kohlenhydrat-Malabsorption erhärten. Die Diagnose der Laktoseintoleranz wird entweder durch den H2-Atemtest oder durch die Laktasemessung in der Dünndarmbiopsie gestellt. Die Fruktoseintoleranz wird durch den H2-Test mit Fruktose diagnostiziert. Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz kann die DAO im Plasma oder Serum bestimmt werden, um die Enzymaktivität zu beurteilen.

 

Die Diagnose einer Pseudoallergie auf Additiva oder biogene Amine wird durch Provokationstests nach allergenarmer Diät gestellt. Die Provokation erfolgt bei Verdacht auf Additivaintoleranz mit einem Mix aus Additiva (Konservierungsmittel, Farbstoffe) oder einzeln (z.B. Disulfit oder Glutamat). Wenn biogene Amine als Ursache für eine Intoleranzsymptomatik verdächtigt werden, erfolgt ein Provokationstest mit histaminreicher Kost (Rotweine, Käse, Erdbeeren, Schokolade) oder mit Tyramin.

 

In den letzten Jahren sind auf dem Markt verschiedene Tests für die Bestimmung von IgG/IG4 gegen Nahrungsmittel aufgetaucht, die vom Patienten selber bezahlt werden müssen. Diese Tests sind aus diagnostischer Sicht sinnlos, wie eine Fachkommission der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI) bereits 2005 festhielt [4].

 

 

Referenzen

1. Wüthrich B. Allergologie 1993;16:280-287
2. Pumphrey RS, Stanworth SJ. The clinical spectrum of anaphylaxis in north-west England. Clin Exp Allergy 1996;26:1364-1370
3. Bruijnzeel-Koomen C et al. Adverse reactions to food. European Academy of Allergology and Clinical Immunology Subcommittee. Allergy 1995;50:623-635
4. Wüthrich B. et al. Sinnlose Allergietests. Eine Stellungnahme der Fachkommission der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI) zur IgG/IG4-Bestimmungen gegen Nahrungsmittel. Schweizerische Ärztezeitung 2005;86/26:1565-1568

 

 
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12.04.2010 - dde
 


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