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Idiopatische Lungenembolie: Antikoagulation für 6 oder 24 Monate
Patienten mit provozierter Lungenembolie (z.B. Operation, lange Bettruhe, Trauma) erhalten eine Antikoagulation für 3 bis 6 Monate. Welche Dauer der Antikoagulation bei Patienten mit Lungenembolie ohne erkennbare Ursache ausreichend oder optimal ist, ist unklar.
JAMA. 2015;314:31-40 , Couturaud F et al.

Akuter Myokardinfarkt: Koronarembolien selten, aber gefährlich
Koronarembolien sind eine relativ seltene, aber bedeutsame nicht atherosklerotische Ursache für einen akuten Myokardinfarkt. Eine japanische Studie im Fachblatt Circulation untersuchte Häufigkeit, Ursache und Prognose koronarembolischer Herzinfarkte.
Circulation 2015, Online Publikation am 25. Juni , Shibata T et al.

Moderne Kontrazeptiva: Bis zu vierfach höheres Thromboserisiko
Kombinierte orale Kontrazeptiva der 3. und 4. Generation stehen schon länger am Pranger, das Thromboserisiko zu erhöhen. Uneinheitliche Untersuchungsmethoden und Studienergebnisse verhinderten bisher einen direkten Risikovergleich der einzelnen Präparate. Das haben nun britische Forscher in einer grossangelegten Studie nachgeholt.
BMJ 2015;350:h2135 , Vinogradova Y et al.

Lungenembolie: Nutzen der Lysetherapie bei intermediärem Risiko
Patienten mit Lungenembolie und hohem Sterberisiko sind eine klare Indikation zur Thrombolyse zusätzlich zur Antikoagulation. Bei intermediärem Risiko (hämodynamisch stabile Patienten mit Rechtsherzbelastung) ist der Nutzen der Lysetherapie bisher unklar.
JAMA. 2014;311(23):2414-2421 , Chatterjee S et al.

EINSTEIN-Studien: ASS oder NSAR erhöhen Blutungsrisiko
Bei tiefer Venenthrombose (TVT) oder Lungenembolie (LE) erfolgt in der Regel eine zeitlich begrenzte Antikoagulation zur Prävention weiterer Thromboembolien. Zum Blutungsrisiko bei zusätzlicher ASS- oder NSAR-Einnahme liegen bisher kaum Daten vor.
JAMA Intern Med. 2014;174(6):947-953. , Davidson BL et al.

Thromboembolierisiko oraler Kontrazeptiva
Venöse Thromboembolien, einschliesslich tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien, sind bekannte Komplikation von kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK). Das absolute Risiko ist zwar gering, jedoch aus Public Health-Sicht aufgrund der breiten Anwendung von Bedeutung. Eine neue Metaanalyse im Britischen Ärzteblatt fasst die derzeitige Datenlage zusammen.
BMJ 2013;347:f5298 , Stegeman BH et al.

Apixaban zur Sekundärprophylaxe venöser Thromboembolien
In der AMPLIFY-Studie wurde geprüft, ob der orale Faktor Xa-Inhibitor Apixaban die Therapie bei akuter venöser Thromboembolie einfacher und sicherer macht im Vergleich zur Standardtherapie mit Heparin und Vitamin-K-Antagonisten. Die Ergebnisse wurden nun im NEJM publiziert.
Agnelli G et al. , JAMA 2013;310:57-65

Antianämikum bei Herzinsuffizienz ohne Wirkung
Die Korrektur einer Anämie bei Patienten mit Herzinsuffizienz hat in der grossen RED-HF-Studie nicht wie erhofft die Mortalität und Morbidität gesenkt. Demnach scheint eine Anämie bei Herzinsuffizienz nur ein Marker für eine schlechte Prognose zu sein, jedoch kein therapeutischer Ansatzpunkt.
N Engl J Med 2013; 368:1210-1219 , Schwedberg K et al. for the RED-HF Committees and Investigators

Thromboembolie: Verlängerte Rezidivprophylaxe mit Faktor-Xa-Hemmer wirksam
Die AMPLIFY-EXT-Studie untersuchte, ob bei Patienten mit venöser Thromboembolie (VTE) die fortgesetzte Rezidivprophylaxe mit Apixaban nach der initialen Antikoagulation über 6-12 Monate sinnvoll ist. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine publiziert.
N Engl J Med 2012; Online Publikation am 8. Dezember , Agnelli G et al. for the AMPLIFY-EXT Investigators

Lungenembolie: Sicherer Ausschluss in der Hausarztpraxis
Mit dem klinischen Wells-Score plus D-Dimer-Test kann auch der Hausarzt eine Lungenembolie zuverlässig ausschliessen und damit unnötige Spitalseinweisungen vermeiden. Dies ergab eine prospektive Kohortenstudie aus den Niederlanden, die im Britischen Ärzteblatt BMJ publiziert wurde.
BMJ 2012;345:e6564 , Geersing GJ et al.

Blutverdünnung auch bei erhöhtem Sturzrisiko?
Die Angst vor oraler Antikoagulation bei älteren Patienten mit erhöhter Sturzgefahr ist gross. Doch diese Befürchtung scheint gemäss einer prospektiven Studie im American Journal of Medicine oft unbegründet zu sein: Patienten mit hohem Sturzrisiko hatten nicht mehr Blutungskomplikationen als jene mit geringer Sturzgefahr.
Am J Med 2012;125:773-778 , Donzé J et al.

ASS zur Senkundärprävention nach idiopathischer Thromboembolie
Das Rezidivrisiko nach venöser Thromboembolie (VTE) ist noch während mehreren Jahren nach der empfohlenen Antikoagulationsdauer erhöht und beträgt in den ersten beiden Jahren etwa 20%. Eine Studie im New England Journal of Medicine prüfte, ob niedrig dosiertes ASS das Rezidivrisiko nach Absetzen der Antikoagulation senken kann.
N Engl J Med 2012; 366:1959-1967 , Cecilia Becattini et al. for the WARFASA Investigators

Vorhofflimmern: CHA2DS2-VASc-Score verbessert Einschätzung des Schlaganfallrisikos
Der CHA2DS2-VASc-Score ist eine Modifiaktion des in Europa häufig verwendeten CHADS2-Scores und erlaubt eine etwas feinere Differenzierung bei Patienten mit geringem Schlaganfallrisiko. Ob diese Verfeinerung tatsächlich auch eine bessere Risikostratifizierung ermöglicht, wurde in einer Registerstudie, der bislang grössten Studie zur Validierung des neuen Score-Systems geprüft.
Thromb Haemost 2012;107(6) , Olesen JB et al.

EINSTEIN-PE: Rivaroxaban zur Initialbehandlung und Sekundärprävention bei Lungenembolie
Der orale Gerinnungshemmer Rivaroxaban hat sich bei der Behandlung von Patienten mit akuter symptomatischer Lungenembolie als genauso wirksam und sicher erwiesen wie die akutelle Standardtherapie. Die Studienergebnisse wurden aktuell auf dem Jahreskongress des American College of Cardiology (ACC) vorgestellt und zeitgleich im NEJM publiziert.
N Engl J Med 2012, Online Publikation am 26. März , The EINSTEIN–PE Investigators

Thromboembolie-Risiko nach Hüft- oder Kniegelenkersatz unter Standardprophylaxe
Ein systematischer Review im JAMA untersuchte die postoperative Inzidenz von venösen Thromboembolien bei Hochrisikopatienten mit elektiven Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen unter Standardprophylaxe.
JAMA 2012;307:294-303 , Januel JM et al for the IMECCHI Group

Subklinisches Vorhofflimmern als Hirnschlagrisiko
Bei etwa einem Viertel der Hirnschläge bleibt die Ursache ungeklärt. Subklinisches Vorhofflimmern könnte hier eine bedeutsame Rolle spielen. Welche Relevanz asymptomatisches bzw. subklinisches VHF dabei hat, wurde in der ASSERT-Studie untersucht.
N Engl J Med 2012;366:120-129 , Healey JS et al. for the ASSERT Investigators

Metaanalyse: Klinische Bedeutung des Clopidogrel-Genotyps
Obwohl es klar belegte Unterschiede beim Clopidogrel-Metabolismus (CYP2C19-Genotyp) mit messbaren Auswirkungen auf die Thrombozytenhemmung gibt, scheint dies wenig Einfluss auf klinisch relevante Ereignisse zu haben, wie eine Metaanalyse im JAMA zeigt. Damit wird erneut der Nutzen des Clopidogrel-Gentests in Frage gestellt.
JAMA 2011;306:2704-2714 , Holmes MV et al.

Vorhofflimmern: CHADS2-Score liefert zusätzliche prognostische Informationen
Der CHADS2-Score ist ein validierter, einfacher Risikoscore zur Abschätzung des individuellen Schlaganfallrisikos bei Patienten mit Vorhofflimmern und damit zur Indikationsstellung zur antithrombotischen Behandlung. Der Score liefert scheinbar auch zusätzliche prognostische Informationen, wie eine neue Subgruppenanalyse der RELY-Studie (Dabigatran vs. Warfarin) zeigt.
Ann Intern Med 2011;155:660-667 , Oldgren J et al.

Orale Antikoagulation: Wie sicher ist das Selbstmonitoring?
Bei Patienten mit oraler Antikoagulation ist eine regelmässige Überprüfung der Blutgerinnung unerlässlich. Eine im Lancet publizierte Metaanalyse belegt, dass ein Selbstmanagement (INR-Selbstmessung und Anpassung der Medikation bei Abweichungen) die Sicherheit der Patienten verbessern kann - vorausgesetzt die Patienten sind dafür geeignet.
Lancet 2011, online Publikation am 1. Dezember , The Self-Monitoring Trialist Collaboration

Neue Studiendaten zur langfristigen Sicherheit von Statinen
Statine sind die Substanzgruppe der ersten Wahl in der modernen Lipidtherapie und ein wichtiges Intstrument in der kardiovaskulären Prävention. Befürchtungen, dass eine längerfristige starke Cholesterinsenkung die Malignominzidenz und die Entwicklung nicht vaskulärer Erkrankungen erhöhen könnte, bestätigten sich in einer neuen Studie im Lancet nicht.
Lancet 2011, online Publikation 23 November , Heart Protection Study Collaborative Group

 
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