Neuer Weg zu Biobanken
Für Forscher ist es wichtig, dass sie auf Sammlungen von Tumorgewebe und anderen Proben zurückgreifen können. Deutschland erleichtert diese Suche nun mit einem neuen Projektportal. Dieses steht auch Schweizer Forscherinnen und Forschern offen.
Sammlungen von Gewebe-, Blut- und anderen Bio-Proben mit patientenbezogenen Daten werden unter dem Begriff Biobanken zusammengefasst. Biobanken existieren beispielsweise in Spitälern und Forschungsinstituten. Biomedizinische Forscher können in vielen Fällen online auf die in den Biobanken gesammelten Proben zugreifen. Zu dem Zweck existiert seit 2005 die Biobank Suisse. Dieses Netzwerk erschliesst unter anderem die Gewebebanken der Pathologischen Institute von Basel, Bern und Lausanne.
Neues Projektportal
Das deutsch-österreichische Pendant zur Biobank Suisse heisst CRIP. Auch dort können Forscher in den angeschlossenen Biobanken nachschauen, ob für eine bestimmte Erkrankung Gewebeproben vorhanden sind, die sie dann für Forschungszwecke nutzen können. Seit Juli 2011 besteht zwischen der Biobank Suisse und CRIP ein Verbund, das heisst, ein Forscher kann beide Netzwerke mit einem einzigen Click durchsuchen. Doch nun geht Deutschland noch einen Schritt weiter. Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) in Potsdam hat ein neues Projektportal geschaffen, mit dem weitere Biobanken (wie epidemiologische und krankheitsspezifische Sammlungen, Biobanken mit Blutproben) erschlossen werden sollen. Bisher nehmen sechs Biobanken teil, und das Portal wird weitere Partner aufnehmen.
Zugänglich für Schweizer Forscher
„Die Suche im neuen Projektportal ist auch offen für Forscher aus der Schweiz“, sagt Dr. Christina Schröder vom Fraunhofer IBMT. Dabei müssen sich Schweizer Forscher – wie schon bei CRIP – damit abfinden, dass sie in den deutschen Biobanken nicht direkt auf einzelne Proben zugreifen können, da in Deutschland andere Datenschutzregeln gelten als in der Schweiz. Christina Schröder deutet eine Weiterentwicklung des Biobank-Verbundes an, ggf. wiederum unter Einbeziehung der Schweiz: „Es ist sinnvoll, die Biobanken-Netzwerke national aufzubauen, diese dann aber grenzüberschreitend zu vernetzen“, ist Schröder überzeugt.
Interpharma für die Forschung von morgen
02.05.2013 - dzu