Cancerline - Der Chat für junge Menschen zu Krebs
Jährlich erkranken 35'000 Menschen an Krebs. Sie sind ''Grosis'', Onkel, Väter oder Mütter, Kolleginnen oder Nachbarn. In ihrem Umfeld leben Kinder und Jugendliche, die so unweigerlich mit dem Thema in Berührung kommen. Meist erhalten gerade sie nur ausweichende Antworten auf Fragen, die sie im Zusammenhang mit der Krankheit bewegen. Die Krebsliga Schweiz lanciert neu die Cancerline, den ersten Chat für Kinder und Jugendliche zum Thema Krebs.
Als Flurina von der Schule nach Haus kommt, ist sie bedrückt. Ein Mitschüler hat erzählt, sein Vater habe Krebs und verliere jetzt alle Haare, sogar die Augenbrauen fielen aus. Warum denn das? - Marius belasten andere Fragen: Die Mutter seiner Freundin hat Brustkrebs und Andrea bedrückt die Angst, auch daran zu erkranken. Keine Ahnung, was er ihr sagen soll. - Laura hält die ewigen Krankengeschichten zu Hause kaum mehr aus, traut sich nicht zu fragen, ob sie den Tanzkurs mit Kolleginnen machen darf. So gerne würde sie fröhlich sein, aber passt das denn jetzt?
Kinder und Jugendliche werden auf mannigfaltige Weise mit Krebs konfrontiert. Direkt, wenn sie selber erkranken oder ein Familienmitglied die Diagnose erhält. Das Thema Krebs beschäftigt sie aber auch, wenn sie nur indirekt damit in Berührung kommen. Vielfach hören oder lesen sie den Begriff "Krebs" und möchten wissen, worum es bei dieser Krankheit eigentlich geht. Oder sie leiden mit Betroffenen mit, wollen Freunde unterstützen, die mit dem Thema zu tun haben.
Häufig bleiben ihnen Erwachsene verständliche Antworten auf ihre Fragen schuldig. Sie weichen aus oder reden die Krankheit klein - meist, um die Kinder zu schonen. Wenn junge Menschen allerdings auf diese Weise allein gelassen werden, greifen sie auf die Fülle ungeprüfter Internetinformationen zu, sie entwickeln diffuse Ängste, Schuldgefühle oder Wut darüber, nicht ernst genommen zu werden.
Krebsliga Schweiz
21.05.2012 - dzu