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Sie sind hier: Kongresse/Tagungen » Kongressberichte 09. Februar 2012
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MS-Prävalenz nimmt bei Frauen stärker zu als bei Männern

In der gegenwärtigen Literatur wird das Verhältinis zwischen Frauen und Männer bezüglich MS-Prävalenz mit 2-3:1 angegeben. Doch war dies immer schon so? Ob diese Geschlechterverteilung eine über die Jahre konstante Grösse ist, wurde von Cutter und Kollegen untersucht.

 

Für die Studie wurde das Geschlechterverhältnis hinsichtlich Alter bei Erkrankungsbeginn und Diagnosejahr bei 32'414 Patienten aus dem NARCOMS-Register (North American Research Committee on Multiple Sclerosis) analysiert.

 

Während im Jahre 1940 ein Verhältnis zwischen Frauen und Männern von 2:1 bestand, betrug dieses im Jahre 2000 bereits nahezu 4:1.

 

Dieses Entwicklung wurde auch in anderen Ländern gesehen. So zeigte eine kanadische Untersuchung eine fast dreifache Zunahme bei Frauen in den letzten 60 Jahren (Orton SM et al. Lancet Neurol. 2006;5:932–936). Eine ähnliche Entwicklung zeigte auch eine Studie aus Norwegen (Celius EG et al. Eur J Neurol 2001;8:463–469).

 

Bei der Zunahme der MS-Prävalenz bei Frauen dürfte es sich also um ein echtes Phänomen handeln, dass nicht nur durch verbesserte Diagnosemöglichkeiten und zunehmende Lebenserwartung der Frauen - und damit erhöhtes Erkrankungsrisiko - erklärt werden kann, so Cutter. Dies könnte ein wichtiger Faktor für zukünftige Forschungen sein.

 

Als mögliche Ursachen für die Zunahme der MS-Prävalenz bei Frauen führt Cutter Faktoren an wie vermehrte Anwendung von Haarfärbeprodukten und Kosmetika, welche die Vitamin D-Aufnahme blockieren (ein Faktor der in Zusammenhang mit MS diskutiert wird), vermehrte Einnahme oraler Kontrazeptive, zunehmende Raten fettleibiger und rauchender Frauen, früher einsetzende Menstruation und zunehmendes Alter bei der Erstentbindung.

 

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15.5.2007 - gem
 
 


 



 

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