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AUA Update: Guidelines für erektile Dysfunktion (ED)

Referent: Prof. A. Nehra, Mayo Clinic College of Medicine, Minnesota, USA

 

Alle 3 PDE 5-Inhibitoren sind sicher, effektiv, werden gut toleriert und können als Firstline Therapie bei der erektilen Dysfunktion empfohlen werden. Vor Verschreibung eines PDE 5-Inhibitors muss jedoch eine ausgedehnte Anamnese erhoben werden, da die PDE 5-Inhibitoren mit anderen Substanzen interagieren können. Aufgrund fehlender „Head-to-head Studien“ zu den einzelnen Substanzen, empfehlen die Autoren der Guidelines keinen speziellen PDE 5-Inhibitor. In den Richtlinien werden auch andere Therapiemöglichkeiten empfohlen, sofern die oralen PDE 5-Inhibitoren versagen oder Kontraindikationen bestehen. 

 

Bei Verdacht auf eine ED wird folgendes Vorgehen empfohlen. Primär muss der Patient abgeklärt und Komorbiditäten ausgeschlossen werden. Dem psychosozialen Umfeld ist Beachtung zu schenken. Die Wahl der Behandlung soll vom Arzt, dem Patienten und dem Partner getroffen werden. Das Risiko muss gegenüber dem Benefit abgewogen werden.

 

Als First-line Therapie werden die PDE5-Inhibitoren empfohlen.

Ein regelmässiger Follow up, welcher die Wirksamkeit, Nebenwirkungen und den Gesundheitszustand des Patienten überprüft, wird  empfohlen. Ca. 80% der Patienten sprechen auf die PDE5-Ihnibitoren an. Eine Kontraindikation ist die gleichzeitige Einnahme organischer Nitrate.

 

Bei PDE5-Versagen muss evaluiert werden,

ob die Dosis und die Compliance adäquat war. Je nach dem können andere Behandlungsoptionen in Erwägung gezogen werden. Als Standard gilt die überwachte Verabreichung eines der folgenden Medikamente. Die Patienten müssen aber auf eine prolongierte Erektion aufmerksam gemacht werden:

  1. Überwachte Alprostadilinjektion
  2. Überwachte Injektion eines intracavernös vasoaktiven Medikaments

Neben diesen Medikamenten kann auch ein Vakuum konstriktives Hilfsmittel (mit Vakuumbegrenzung) angewendet werden.

 

Nicht empfohlen werden

Trazodon, Testosteron (bei Patienten mit normalem Test-Spiegel), Yohimbin und Phytotherapien (fehlender Wirkungsnachweis).

 

Kommt eine Prothese in Frage,

muss der Patient auf die verschiedenen Typen aufmerksam gemacht werden. Ausserdem auf die Gefahr von Infektionen und Erosionen, mechanisches Versagen, Reoperationen, Penisverkürzung und, im Falle einer Entfernung, der Notwendigkeit einer effektiven anderen Therapie.

 

Weitere operative Vorgehen sind

eine venöse rekonstruktive Operation (nicht um den venösen Fluss aus dem Penis zu limitieren) oder eine arterielle rekonstruktive Operation (nur bei gesunden Patienten mit erst seit kurzem bestehender ED aufgrund einer arteriellen Okklusion in Abwesenheit einer generalisierten Arteriosklerose).

 

Kardiovaskuläre Erkrankung und ED

Auch in den Guidelines wird der ED bei kardiovaskulärer Erkrankung besondere Beachtung geschenkt. Es wird insbesondere erwähnt, dass bei Männern mit hohem KHK-Risiko und ED, primär dem Herzleiden Beachtung zu schenken  ist. Die ED soll erst behandelt werden, wenn sich die kardiale Situation stabilisiert hat. Bei Patienten mit tiefem KHK-Risiko, kann die ED sofort behandelt werden.

 
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13.06.2005 - ssc
 



 

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