Hypogonadismus, die zweithäufigste sexuelle Dysfunktion
Hypogonadismus ist unterdiagnostiziert. Mit zunehmendem Alter nimmt der Testosteronspiegel beim Mann ab und kann in einem Hypogonadismus resultieren. Die Andropause ist charakterisiert durch Veränderungen der Körperfettmasse, der Muskelmasse, der Knochendichte und neben anderem auch des sexuellen Wohlempfindens und der Libido. Die Testosteronersatztherapie kann den Hormonspiegel wieder auf Normwerte anheben und die Symptome verbessern.
Das Durchschnittsalter der Menschen hat in den letzten 100 Jahren massiv zugenommen (1900: zw. 45 und 50; 2000: zw. 72 und 78). Demzufolge auch die altersabhängigen Erkrankungen, unter anderem der altersabhängige Hypogonadismus. In den USA existieren 4-5 Millionen Männer mit Hypogonadismus und nur gerade 5% werden behandelt. Einerseits ist der Hypogonadismus altersabhängig, andererseits kann aber auch eine Adipositas, schwere systemische Krankheiten (z.B. HIV) oder Hormondysfunktionen dafür verantwortlich sein.
Testosteron, das Hauptandrogen beim Mann, hat eine androgene und anabolische Funktion und wird aus Cholesterin hauptsächlich in den Leydigzellen im Testis synthetisiert (4-9 mg/d). Langzeitkomplikationen des altersabhängigen Hypogonadismus sind eine zunehmende Körperfettmasse, eine abnehmende Muskel- und Knochenmasse, eine erhöhte Osteoporoseinzidenz und eine Abnahme der Libido und der erektilen Funktion [1].
Diagnose
Die Diagnose wird anhand der Symptome, eines Fragebogens (ADAM-Fragebogen, 10 sensitive Fragen), einer klinischen Untersuchung und Laboruntersuchungen (dokumentierte Testosteronspiegel) gestellt. Ist das Gesamttestosteron < 300 ng/dL und wird eine Sexualhormon Abnormalität vermutet, soll das freie Testosteron untersucht werden, insbesondere beim alten Mann, chronisch Kranken, bei Adipositas und Hyperthyreoidismus. Zusätzlich kann das PSA, FSH/LH und das Serumprolactin bestimmt werden zum Ausschluss anderer Pathologien.
Therapie
Testosteron sollte nur Männern mit Testosterondefizienz verabreicht werden. Das Ziel einer Testosteronsubstitution ist die Symptomerleichterung und die Reduktion von Gesundheitsschäden. Absolute Kontraindikationen für eine Testosteronbehandlung sind ein dokumentiertes Prostatakarzinom, Brustkrebs, Hämatokrit > 55% und eine Testosteronüberempfindlichkeit. Relative Kontraindikationen sind ein obstruktives Schlafapnoesyndrom und eine obstruktive benigne Prostatahyperplasie. Patienten unter Testosteronersatz müssen monitorisiert werden 3, 6 Monate nach Therapiebeginn, dann in jährlichen Abständen.
Referenzen: 1. Tenover JL et al, Endocrinol Metab Clin North am 1998;27:969-987.
| |
| Mediscope |
| |
| 13.06.2005 - ssc |
| |
 |
|