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Sie sind hier: Kongresse/Tagungen » Kongressberichte 23. Mai 2012
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Langzeitkonsequenzen einer Enterocystoplastie bei Kindern

Referenten: Dr. C.Rink, Dr. M. Käfer, Dr. T. W.Hensle

 

Bei Kindern mit zu kleinem Blasenvolumen kann die Blase durch Einsetzen eines Darmteils chirurgisch vergrössert werden (Enterocystoplastie). Leider wird bei Kindern das Langzeitergebnis durch unerwünschte Folgeerscheinungen getrübt. Insbesondere durch die Malignominzidenz von 1.5% bis 5.5% einige Jahre nach Operation. Eine sehr sorgfältige und lebenslange Überwachung ist deshalb bei Kindern mit Enterocystoplastie indiziert.

 

Die Enterocystoplastie wird beim Kleinkind durchgeführt. Verschiedene gastrointestinalen Anteile können als Blasenersatz figurieren. Da die Schleimhaut aber von anderer Qualität ist, als die Blasenschleimhaut kann dies verschiedenen Komplikationen verursachen. Die beste Quelle für eine Cystoplastie ist der Ureter, wobei dieses Gewebe leider nur limitiert verfügbar ist.

 

Komplikationen

Bei der Colo- oder Ileocystoplastie besteht häufig eine vermehrte Schleimproduktion (Abflussbehinderung), eine metabolische Azidose, Gallensalz- oder B12-Verlust. Ein weiteres Problem sind Steinbildungen, die assoziiert werden mit der Mukosa des Intestinums. Die chronischen metabolischen Probleme können zudem zu Wachstumsstörungen und verändertem Kochenmetabolismus führen.

 

Karzinombildung

Verschiedene Ursachen, scheinen ätiologische für die Karzinombildung nach Enterocystoplastie verantwortlich zu sein, unter anderem die die Anwesenheit von Nitrosamin, Stase, lokalen pH-Veränderungen, lokalem Trauma und chronischen Entzündungen. Nitrosamin ist karzinogen und kommt normalerweise in normalen Urinkontrollen oder im Stuhl nicht vor, ebenfalls nicht bei Blasenvergrösserungen ohne Infektion. Hohe Nitrosaminspiegel kommen aber z.B. im Urin von Ureterosigmoid-Stoma-Patienten vor und bei Patienten mit Blasenvergrösserung.

 

Risikominimierung

  1. Jährliche Utraschalluntersuchung der Blase, jährliche radiologische Untersuchung (KUB)
  2. Cytologie jährlich ab  dem 5. Altersjahr, Cystoskopie jährlich ab dem 10. Altersjahr (12% der Tumore treten in den ersten 5 Jahren auf, 6% in den ersten 3 Jahren nach Operation)
  3. Flow-Cytometrie
  4. Infektprävention und Behandlung jeder Bakteriurie
  5. Stase vermeiden, Blase regelmässig ganz entleeren, hin und wieder Selbstkatheterismus
  6. Entzündung vermeiden: Steine sofort behandeln respektive entfernen
  7. Sorgfältige Überwachung für den Rest des Lebens

Take Home Message

Eine Enterocystoplastie verursacht chronische metabolische Entgleisungen! Kinder mit Enterocystoplastie müssen lebenslang überwacht werden, aufgrund des erhöhten Karzinomrisikos. Karzinom-Präventiv ist das Vermeiden eines bakteriellen Infekts, einer Stase und einer chronischen Entzündung (Blasensteine).

 
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13.06.2005 - ssc
 



 

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