Fast alle älteren Menschen haben eine Vielzahl von Krankheiten, im Durchschnitt 5.
Kann der Arzt die Anzahl Medikamente und damit auch die Medikamentennebenwirkungen reduzieren, ist der Patient meist gesünder und zufriedener.
Prävention kommt vor Therapie
Prävention
Cholesterinsenkung: CH-Frühstück bestehend aus Butterbrot mit Konfitüre und Doppelrahmkäse durch Brot mit Becel-Plus® Phytosterin Margarine mit Honig und Halbfettkäse oder Schabziger ersetzen. 5 Portionen Früchte oder Gemüse pro Tag.
Kalziumhaushalt: Zur Osteoporosevorbeugung sollten Frauen täglich 1 Portion Hartkäse konsumieren.
Prostatavolumen: 1 grosse Portion Salat pro Tag mit 1 EL Kürbiskernen für Männer ab 50.
Vitamine: 5 Portionen Früchte oder Gemüse pro Tag reichen aus, um den Vitaminbedarf zu decken.
Schlafstörungen
40-60% der älteren Menschen klagen über schlechten Schlaf.
Benzodiazepine und Zolpidem sind in der Geriatrie kontraindiziert.
Bezondiazepine mit langer Halbwertszeit sind in der Geriatrie absolut kontraindiziert, da sie die Sturzgefahr über Beeinflussung des Muskeltonus erhöhen.
Akute Schlafstörungen, verursacht z.B. durch Hospitalisation: Baldrian-Hopfen-Präparate für 1-2 Wochen ist das Mittel der Wahl. In betreuten Situationen empfiehlt sich auch die "back rub" Methode, wo während etwa 5 Minuten über den Kopf zum Nacken gestrichen wird.
Chronische Schlafstörungen: Keine Indikation für Baldrian-Hopfen-Präparate. Bei depressivem Anteil: Johanniskraut oder sedierendes Antidepressivum Trazodon 25-100 mg. Therapie: Schlafhygiene, Verhaltenstraining
Depressionen
Leichte bis mittlschwere Depressionen: Hypericumextrakt.
Bei ungenügendem Ansprechen Dosis erhöhen.
Erst dann SSRI's, bei markanter Schlafstörung Trazodon 25-100 mg
Trizyklische Antidepressiva sind in der Geriatrie kontraindiziert, weil sie zu viele Nebenwirkungen haben können, toxisch und damit obsolet sind.
Therapiepaket: Gingoextrakt 2 x 2 Tabletten pro Tag + Gedächtnistraining + 1 Stunde Spazieren pro Tag + Blutdruck und Cholesterin normalisieren + Diabetesoptimierung
Muskuloskelettale Schmerzen
Gehören zum alternden Menschen.
Cox-2 Hemmer in der Geriatrie obsolet.
Paracetamol 3-4 x 500-1000 mg als Basismedikation.
Kurzer Einsatz von NSAR
Neue Alternative Weidenrindenextrakt: Durchgeführte Studien fielen sehr positiv aus, schlossen aber nicht speziell geriatrische Menschen ein. Gute Magenverträglichkeit. Thrombozytenaggregationshemmung schwach, deshalb kein Ersatz für niedrig dosierte ASS.