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Johanniskrautpräparate im Vergleich

Prävalenz depressiver Störungen (Kasper u. Müller, 1997)

  • Schwer: 4%
  • Mittel: 7%
  • Leicht: 6%
  • Keine Depression: 83%

9 von 10 Patienten mit Depressionen werden vom Hausarzt behandelt.

 

Überweisungsgründe zum Spezialisten sind:

  • Suizidalität
  • Angst-und Panikattacken
  • Depressive Episoden im Rahmen einer bipolaren Störung
  • Wahnhafte Depressionen
  • Schwerwiegende psychosoziale Konflikte
  • Komorbidität
  • Therapieresistente, anhaltende Schlaflosigkeit

Johanniskrautextraktstudien im Vergleich

  • Die Ergebnisse von 36 kontrollierten Studien mit etwa 3'000 Patienten zur Wirksamkeit von Johanniskraut-Extrakten bei leichten bis mittelschweren Depressionen wurden von 1960 bis 2002 publiziert.
  • Die untersuchten Präparate enthielten als arzneilich wirksame Bestandteile entweder Johanniskrautextrakte mit Ethanol 50-60% (V/V) oder Methanol 80% (V/V). Placebo, synthetische Antidepressiva oder Licht (1 Studie) dienten als Kontrollgruppen.
  • Bei der Mehrzahl der Studien wurde die Wirksamkeit mit Hilfe der Hamilton-Depressions-Skala gemessen.

Resultate

  • Die Ergebnisse der vorliegenden Studien lassen keine wesentlichen Unterschiede in der Wirksamkeit der alkoholischen Extrakte erkennen.
  • In Dosierungen von etwa 500-1000 mg Extrakt pro Tag sind Johanniskraut-Präparate vergleichbar wirksam, wie synthetische Antidepressiva. Diese Aussage gilt nur für leichte und mittelschwere depressive Episoden.
  • Eine neue Studie konnte zeigen, dass der Johanniskrautextrakt WS® 5570 in einer Dosierung von 900-1800 mg pro Tag mindestens genauso wirksam wie Paroxetin 20-40 mg pro Tag bei mittleren bis schweren Depressionen ist.
  • Die therapeutische Breite der Johanniskrautpräparate ist sehr gross, grösser als bei synthetischen Antidepressiva.
  • Das therapeutische Umfeld ist sehr wichtig und macht ungefähr 2/3 des Behandlungserfolges aus.
  • Die Tageskosten für Johanniskrautpräparate sind vergleichbar mit denjenigen für trizyklische Antidepressiva. SSRI und andere AD sind ein mehrfaches teurer.
  • Antidepressivastudien ergeben häufig keinen Unterschied in den einzelnen Behandlungsgruppen, dies unabhängig vom untersuchten Wirkstoff. Resultate sind oft verzerrt (z.B. Einschluss von Patienten, welche schon viele verschiedene Therapien erhalten haben, pseudoverblindete Studien). Deshalb sind viele Studien nötig, um eine Aussage über die Wirksamkeit eines bestimmten Wirkstoffes machen zu können.

Fazit

  • Die "Droge Arzt" macht etwa 2/3 des Behandlungserfolges aus.
  • Alle Johanniskrautpräparate sind ähnlich wirksam. In Dosierungen von etwa 500-1000 mg Extrakt pro Tag sind Johanniskraut-Präparate bei leichten bis mittelschweren depressiven Episoden vergleichbar wirksam, wie synthetische Antidepressiva.
  • Der Johanniskrautextrakt WS® 5570 in einer Dosierung von 900-1800 mg pro Tag ist bei mittleren bis schweren Depressionen mindestens genauso wirksam wie Paroxetin 20-40 mg pro Tag.

 
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31.05.2005 - rsu
 



 
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