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Sie sind hier: Kongresse/Tagungen » CH-Tagungsberichte 22. Mai 2012
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Insektenstichallergie

In Europa gibt es 150 Todesfälle pro Jahr nach Insektenstiche. Toxische Reaktionenen nach Insektenstiche sind ab >50 Stiche möglich (Transaminaseanstieg, Hämolyse, Rhabdomylose).

 

Abklärung bei Insektenstichallergie

  • ≥ 4 Wochen nach Indexereignis
  • Sensibilisierungsnachweis: Hautteste, Serologie
  • Notfallmedikamente: Antihistaminikum, Kortison, Adrenalin-Autoinjektor
  • Notfallfallausweis

Bienen- und Wespengift-Allergie

Behandlung von Lokalreaktionen

  • Kälteapplikation, wie Sportverletzung
  • Nach > 12 Stunden: Sport - , Rheuma-Crème
  • Kortison-Crème
  • Antihistaminikum bei Juckreiz
  • Antibiotika? generell: Nein!, Bakteriostatischer Infekt, Ausnahme: Multiple Ameisenstiche

Abklärung und Risiko nach Lokalreaktionen

  • Hauttestpositivität nach SLR: Keine Korrelation Schweregrad und HAT, In über 70% >10-4g/l
  • Spez. IgE (≥ Klasse 2) nach SLR: 40-65% nachweisbar
  • Nach SLR: 5 (-10) % Allgemeinreaktion

Allergologische Abklärung nicht zwingend

 

Abklärung

  • Basale Serumtryptase: ist bei >10% der Erwachsenen mit Insektenstich-Anaphylaxie erhöht
  • Serumtryptase erhöht?
    Verdächtig >10 μg/l (-11.4), Bestätigungstest nach etwa 2 Monaten
  • Hautinspektion/-biopsie (kutane Form)
  • Klinik vereinbar für SM (Knochenmarkaspirat/-biopsie, Oberbauchsonographie, Densitometrie)
  • VIT: Lebenslang (?)

VIT (Venom Immuntherapie)

 

Indikation

  • Generell: Grad III + IV n. H. L. Mueller (Risiko für Erwachsene: 40-70%, Risiko für Kinder: etwa 30%), Nachweis einer Sensibilisierung
  • Speziell: Wiederholte Grad I/II bei exponierten z.B. Imker oder beruflich gefährdeten Personen, z.B. Buschauffeur, Dachdecker

Formen der VIT

  • Einleitung durch den Allergologen: Ultra-Rush (kumul. Dosis 111 μg): 6 Injektionen etwa 4.5 Std (ICU); Ambulant (Ziel: 100 μg):  1 Injektion/Woche über 3 - 4 Monate
  • Erhaltung durch den Hausarzt: Erstes Jahr: Injektionen monatlich, 2. – 5. Jahr: Injektion alle 6 Wochen

Nebenwirkungen bei VIT

  • Einleitungsphase > Erhaltungsphase (Ultra–Rush: bis 40%, Ambulant bis 20 %, Bienengift > Wespengift (3-4:1)
  • Meist einmalig und mild, kein Grund für Abbruch
  • Kofaktoren: Infekt, Mastozytose …
  • „Prävention“: Antihistaminikum, Kälteapplikation

Dauer der VIT

  • Dauerhafter Schutz, falls lebenslang
  • Empfehlung: 5 Jahre

Kontrollen im Laufe der SIT

  • Nach 3 und 5 Jahren: Anamnese (Verträglichkeit der VIT, Feldstiche?), Hautteste & spezifische IgE (Regredienz der Reaktivität und spez. IgE ?, Basale Serumtryptase?)

Wirksamkeit VIT

  • Reexposition Schutzrate : 85% (Biene), 98 (Wespe)%, IgG-Anstieg reflektiert nicht die klinische Effektivität!
  • Misserfolg in 2-20% der Fälle, Risiko erhöht: SAR während VIT (Erhöhung der ED auf 200 μg, VIT über 3 Jahre)

VIT Abbruch-Kriterien (Management Spital Bern Ziegler)

  • VIT sicher 3 Jahre: Grad II-Reaktionen, geringes Stichrisiko
  • VIT 5 Jahre und länger: Grad III- und IV-Reaktionen, gut tolerierter Feld-/Provokationsstich, geringes Stichrisiko
  • Normale basale Serumtryptase
  • Patienten willigen für Abbruch ein (z.B. wegen Panik)

 
Mediscope
 
31.05.2006 - gem
 



 

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