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Sie sind hier: Kongresse/Tagungen » CH-Tagungsberichte 22. Mai 2012
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Hirnschlagätiologie und Risikofaktoren

Das Kennen der Ätiologie, respektive der Pathogenese des Hirnschlags ist deshalb wichtig, weil Rezidivrate und Langzeitprognose teilweise davon abhängig sind. Dies hat Konsequenzen für Management, Langzeitbehandlung und Beratung. Der Thrombolyseentscheid wird durch die Pathogenese nicht beeinflusst.

 

Klassifikation

Die Hirnschläge werden nach TOAST in folgende 5 Kategorien eingeteilt, entsprechend mit klinischen und radiologischen Besonderheiten:

  • Arteriosklerose der grossen Gefässe, ca. 25% der Fälle
    - Klinik: Kortikale/zerebelläre Funktionsstörung (Aphasie, Apraxie, Neglekt)
    - Radiologie: kortikaler, zerebellärer oder grosser subkortikaler Infarkt
    - Meist extrakranielle hochgradige Stenosen, aber auch intrakranielle!
  • Kardioembolien, ca. 25-35% der Fälle
    - Klinik und Radiologie wie bei Arteriosklerose der grossen Gefässe
    - Ursache der Embolie: VHFli (ca. 40%), Myokardinfarkt, ventrikuläre Arrhythmie, Klappenprothese, rheumatische Herzkrankheit, u.a.
  • Verschluss kleiner Arterien (zerebrale Mikroangiopathie), ca. 25% der Fälle
    - Klinik: Lakunäres Syndrom (keine kortikalen Zeichen, keine Bewusstseinsstörung, keine Hemianopsie)
    - Radiologie: Im CT häufig nichts sichtbar, im MRI kleiner Infarkt, klassischerweise in der Capsula interna
  • Andere bekannte Ätiologie, ca. 5-10% der Fälle
    - Bsp. Dissektion, offenes Foramen ovale, Sinusvenenthrombose, Vaskulitis, hämatologische Ursachen
  • Keine klare einzelne Ätiologie eruierbar

 

Anamnese, Klinik und Ätiologie

Die genau Betrachtung der Anamnese, der Klinik und der Risikofaktoren von Hirnschlagpatienten lässt häufig eine Vermutung der Ursache zu. Hierzu einige Beispiele:

  • Pat. mit kardiovaskulären Risikofaktoren (Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes, Nikotinabusus) und einem lakunären Syndrom: zentrale Mikro- oder Makroangiopathie
  • Pat mit kardiovaskulären Risikofaktoren und kortikalen Zeichen: zerebrale Makroangiopathie
  • Jüngerer Pat. ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren: Denken an Dissektion, offenes Foramen ovale, Thrombophilie
  • Älterer Pat. ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren: Kardioembolie, am häufigsten bei VHFli (nimmt mit steigendem Alter als Hirnschlagätiologie stetig zu)
  • Jüngerer Pat. ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren mit Migräneanamnese: offenes Foramen ovale
  • Jüngerer Pat. ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren mit Migräne und Gesichts-/Halsschmerzen: Dissektion
  • Pat. mit epileptischem Anfall: Anhaltspunkt für Sinusvenenthrombose
  • Alter Pat. mit isolierter Wernicke Aphaseie: Kardioembolie (VHFli)
  • Pat. ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren mit Horner Syndrom und Gesichts-/Halsschmerzen: Dissektion

 
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02.09.2005 - dde
 



 

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