Erythropoietin (EPO) ist ein Hormon - und gentechnisch hergestellt ein Medikament - von großer biologischer und therapeutischer Bedeutung. Hier ein kurzer Überblick über die Wirkungen und Einsatzmöglichkeiten von EPO.
Wo wurden bisher Epo-Rezeptoren nachgewiesen:
Gehirn: EPO wird von Astrozyten und Neuronen exprimiert, EPO-Rezeptoren wurden auf Neuronen, Astrozyten und Endothelzellen nachgewiesen.
Endothel
Glatte Muskulatur
Kardiomyozyten
Tubuluszellen, u.a.
Wirkungen
Stimulation der Erythropoese
EPO-Bildung in peritubulären Fibroblasten bei O2-Mangel mit logarithmischen Anstieg.
Angiogenese
Stimulation von endothelialen Progenitorzellen (3-facher Anstieg der Progenitorzellen bei 6-wöchiger EPO-Therapie)
Neurotroph, neuroprotektiv
Antiapoptotische Wirkung bei cerebraler Ischämie.
Aber es gibt auch Hinweise für eine protektive Wirkung bei:
Traumatischen Rückenmarksverletzungen
Retinaschutz
Diabetischer Neuropathie
Wichtig: neuroprotektive Wirkung nur bei Gabe bis max. 8 Stunden nach dem Ereignis
Vaskulo- und kardioprotektiv
Die Korrektur der Anämie bedeutet einen Benefit für die kardiovaskuläre Morbidität
Schadensbegrenzung bei Ischämie des Herzens.
Nephroprotektiv
Bei chronischer Niereninsuffizienz durch geringeren oxidativen Stress und geringerer hypoxischer Zellschädigung.
Stichwort: kardiorenales Anämiesyndrom
Tumorwachstum ?
Bei Tumore mit EPO-Rezeptoren (z.B. metastasierendes Mamma-CA oder Plattenepithel-CA im ORL-Bereich) besteht der Verdacht auf einen Einfluss auf das Tumorwachstum, jedoch nur bei hochdosierter EPO-Therapie.