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Ernährung bei speziellen Krankheitssituationen
Nephrologische Erkrankung
- KH: maximal 4 g/kgKG, wegen Insulinresistenz Gefahr der hepatischen Steatose
- Fettgabe unter Monitoring der Triglyceride empfohlen (decken 25-35% des Energiebedarfes)
- Carnitinzusatz wünschenswert (Mangel)
- Spezielles Proteinmuster
- Essentiell werden Tyrosin, Cystein, Arginin, Serin - Phenylalanin zurücknehmen (Clearance sehr stark vermindert)
- Hochkalorische Kost (2 kcal/ml wegen Flüssigkeitsrestriktion)
Vitamine - Wasserlösliche: mit HD erhöhte Verluste, sonst normaler Bedarf - Fettlösliche: verminderter Bedarf (cave: Vit. A Vergiftung)
- Kaliumfreie, -arme Lösung (max 50 mmol/die)
- Phosphatfreie, -arme Lösung
Leberzirrhose - Leberversagen
- Standardlösungen, solange keine Enzephalopathie (Evidence A)
- Leberlösung (modifiziertes Aminosäuren-Muster) bei symptomatischer Enzephalopathie (Evidence B)
- Solange möglich Trinknahrung zusetzen (cave: schwierige Compliance)
- Bei enteraler Ernährung nasogastrale Sonde (Evidence A), auch bei Ösophagusvarizen
- PEG wird nicht empfohlen (Aszites, Umgehungskreislauf, Komplikationsrate↑)
Diabetes
- Standardsondennahrung! (Kein Vorteil spezifischer Diabetikersondenernährung) (Evidence A)
- Eine gute BZ Einstellung hat wesentlich mehr Bedeutung als die Art der Sondenkost
- Unter MUFA-reicher Nahrung tendentiell:
- Geringerer postprandialer BZ-Anstieg - Stärkere Absenkung des Nüchtern-BZ
- Unter Ballaststoffen
- Geringerer BZ-Anstieg
- Substrate:
- KH 40-60 - Protein 10-20% - Fett 25-35% (SFA<10%, MUFA 10-20%, PUFA <10%)
M. Crohn (akute Phase)
Enterale Ernährung (EN) mit hochmolekularer Standardsondenkost
- Unter EN Remission in 60% (ohne Kortisongabe)
- Signifikante Zunahme des Körperwachstums und der fettfreien Masse bei EN (A)
- Empfehlung: EN bei Kortikosteroidunverträglichkeit (Evidence A)
- Dauer der Remission und Rezidivrate ist jener nach Kortison vergleichbar (Evidence B)
- PEG ist sicher (Evidence B) - Patientenkompliance:
- Abbruchrate Trinknahrung 34% (ca. 600 kcal/die) - Abbruchrate nasogastrale Sondennahrung 8%
Colitis ulcerosa (akute Phase)
- EN wird zur Therapie des akuten Schubes nicht empfohlen
- Einfluss der EN auf Entzündungsaktivität nicht belegt
- Wert spezifischer Substrate (ω3 FS, Glutamin, Butyrat) nicht belegt
Kurzdarmsyndrom
Hypersekretionsphase
- Stuhlmenge über 3 kg/Tag
- Ernährung ausschliesslich parenteral
- Protonenpumpenhemmer
- Evtl. Glucose-Kochsalzlösung per Sonde
Adaptationsphase
- Dauer bis zu 1 Jahr
- Kombination EN/PN
- Start der Kombinationsernährung bei Stuhlverlust < 2,5 l/die
- Kontinuierliche, pumpengesteuerte Zufuhr zeigt beste Toleranz
- Evtl. niedermolekulare Sondenkost von Vorteil
Erhaltungsphase
- Energiebedarf hoch (bis zu 60 kcal/kgKG)
- Mit hoher Kalorienzufuhr (200-400%) kann bei 50% der Pat. eine PN umgangen werden
- Substrate:
- Proteine 1,5 – 2 g/kgKG - KH hoch - Fett nach Verträglichkeit (Fettstühle), MCT 20 – 60 g/die
- Nächtliche Sondenernährung erwägen
- Bei Stuhlmengen > 3kg/die ist die PN unumgänglich
Pankreatitis
Leichte bis mittelschwere Pancreatitis
- Orale Nahrungszufuhr in 5-7 Tagen möglich
- Keine Ernährungstherapie (Evidence A)
Schwere Pankreatitis
- Frühe (<48h) EN beeinflusst den Krankheitsverlauf positiv (Evidence A), Komplikationsrate↓
- Reduktion SIRS, Sepsis, MOF durch EN (Evidence A)
- Positiver Nutzen der PN versus EN wurde in Studien nicht gesehen (Evidence A)
- Frühe EN über Jejunalsonde
- Bei mangelhafter enteraler Substratzufuhr Kombination EN/PN
Zusammenfassung: Der Mensch ist, was er isst. (Plato)
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| 31.05.2006 - dde |
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