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Sie sind hier: Fachliteratur » Journalscreening 09. Februar 2012
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Calprotectin im Stuhl zum Ausschluss einer IBD
 
Calprotectin ist ein sensitiver Marker für eine Entzündung im Darm. Die Autoren einer Metaanalyse haben den Wert der Calprotectin-Bestimmung im Stuhl zum Ausschluss einer entzündlichen Darmerkrankung (IBD) evaluiert und untersucht, wie viele Endoskopien dadurch eingespart werden könnten.

Die Datenbanken Medline und Embase dienten als Quellen für die Metaanalyse. Eingeschlossen wurden Studien, welche den diagnostischen Wert der fäkalen Calprotectin-Bestimmung im Vergleich zur Standardmethode (Endoskopie mit segmentalen Biopsien) bei Patienten mit Verdacht auf IBD beurteilten. Endpunkte waren Sensitivität und Spezifität der Calprotectin-Messung im Stuhl.

 

13 Studien bei 670 Erwachsenen und 371 Kindern erfüllten die Einschlusskriterien für die Metaanalyse. Eine IBD fand sich in der Endoskopie bei 32% der Erwachsenen und bei 61% der Kinder und Teenager. Die Sensitivität der Calprotectin-Bestimmung im Stuhl betrug bei den Erwachsenen 0.93 und bei den Kindern 0.92. Die Spezifität lag bei 0.96 (Erwachsene) und 0.76 (Kinder). Eine Endoskopie wäre bei zwei Dritteln der Erwachsenen nicht mehr notwendig, allerdings wird die Diagnose bei 6% aufgrund falsch negativer Resultate verzögert. Bei Kindern könnte die Anzahl Endoskopien um ein Drittel reduziert werden, wobei 8% eine Verzögerung der Diagnose in Kauf nehmen müssten.

 

Konklusion der Autoren: Mit der Bestimmung des Calprotectins im Stuhl können die Patienten mit Verdacht auf eine IBD identifiziert werden, welche am ehesten eine Endoskopie brauchen. Der Test eignet sich zum Ausschluss einer IBD besser für Erwachsene als für Kinder.

 

Link zur Studie


BMJ 2010;341:c3369 - van Rheenen PF et al

25.07.2010 - dde


 

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