Gesundheitsökonom kritisiert Anti-Rauch-Kampagne des BAG
Die millionenschwere Kampagne "Weniger Rauch - mehr
Leben" des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zielt nach Ansicht des
Zürcher Gesundheitsökonomen Peter Zweifel ins Leere. Die Kampagne
koste nur und schiesse über das Ziel hinaus.
Der Staat gebe schon so zu viel Geld für Gesundheitskampagnen aus, sagte Zweifel, Professor am Sozialökonomischen Institut der Universität Zürich, in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Gratiszeitung "News". Die jüngste Kampagne mache wirtschaftlich keinen Sinn.
Gegen höhere Zigarettenpreise
Durch die Steuern auf Zigaretten seien die externen Kosten des Rauchens bereits gedeckt. Das seien im wesentlichen jene Kosten, die die Passivraucher verursachten. Höhere Zigarettenpreise seien als Mittel ungeeignet. Der Staat fülle so nur seine Kasse.
Ein Bonus-Malus-System bei der Krankenversicherung macht laut Zweifel mehr Sinn. Wer rauche, trinke, sich nicht bewege und ungesund esse, verursache früher oder später Gesundheitskosten. Er bezahle dann eine höhere Prämie.
BAG hat Kampagne im Mai lanciert
Das BAG hatte Anfang Mai eine Tabakpräventionskampagne unter dem Slogan "Weniger Rauch, mehr Leben" lanciert. Sie will die Nichtrauchenden in ihrem Verhalten bestärken und den andern die Vorteile des Rauchfreiheit zeigen.
Das BAG hat gemäss "News" für die Kampagne 2008 total 3,3 Millionen Franken budgetiert. Das Geld stammt aus dem Tabakpräventionsfonds, der über die Tabaksteuer gespiesen wird.
Die Wirtschaft hatte bereits Ende April gegen die Präventionskampagnen des BAG mobil gemacht. Das Bundesamt bevormunde die Bürgerinnen und Bürger, lautete der Vorwurf. Hart kritisiert wurde namentlich BAG-Direktor Thomas Zeltner.
sda
08.05.2008 - gem