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Defibrillatoren in Telefonkabinen an Zürcher Bahnhofstrasse

Auch Laien sollen bei Herzanfällen Leben retten können. In einem Pilotprojekt stehen darum ab dem 6. Mai in dreizehn Telefonkabinen der Zürcher Innenstadt Defibrillatoren bereit. Der Versuch dauert ein Jahr.

Der Herztod ist weltweit Todesursache Nummer 1. In der Schweiz sind jährlich 30 000 Menschen von einem akuten Herzanfall betroffen. Bei einem Herzstillstand überleben nur 5 Prozent. In 80 bis 85 Prozent der Fälle führt eine Herzrhythmusstörung, das so genannte Kammerflimmern, zum plötzlichen Herztod.

 

Da die meisten Herznotfälle ausserhalb des Spital geschehen, sei der Erstretter oft Lebensretter, schreibt das Zürcher Unispital in einer Mitteilung vom Dienstag. Durch die sofortige Reanimation und Defibrillation könnten wesentlich mehr Menschen überleben.

 

Der Grund: Der Zeitraum bis zu den ersten Massnahmen der Sanität wird verkürzt. Besonders gefährdet ist das menschliche Hirn. Bereits fünf Minuten nach Unterbruch der Blutversorgung kann es Schaden erleiden, wie es weiter heisst. Pro Minute nähmen die Überlebenschancen um 10 Prozent ab.

 

So genannte AEDs (Automatische Externe Defibrillatoren) ermöglichten auch Laien lebensrettende Massnahmen, heisst es in der Mitteilung weiter. Der AED fordert den Helfer auf, Elektroden am Oberkörper des Patienten anzubringen und führt mittels Ansage durch den Ablauf der Defibrillation.

 

Durch die Abgabe eines Stromstosses (Defibrillation) kann das Herzflimmern beendet werden. Durch die Abgabe eines elektrischen Schocks, der dem Oberkörper versetzt wird, wird das Herzflimmern unterbrochen und das Herz neu gestartet. In der Folge beginnt das Herz wieder regelmässig zu schlagen.

 

Die an der Bahnhofstrasse sowie an Bürkliplatz und Central in Telefonkabinen installierten AEDs verfügen über eine integrierte GSM-Verbindung zur Einsatzzentrale. Der Sanitätsnotruf 144 wird in dem Moment aktiviert, wenn der Koffer mit dem AED der Zelle entnommen wird.

 

Das Pilotprojekt "Strom fürs Leben - Laiendefibrillatoren in Telefonkabinen an der Zürcher Bahnhofstrasse" dauert ein Jahr und wird wissenschaftlich begleitet. Es wird unter anderem getragen vom Zürcher Universitätsspital, Swisscom, der Plakatgesellschaft APG und Schutz & Rettung Stadt Zürich.

sda

07.05.2008 - gem

 
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